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Update: 03.10.2012, 20:36 Uhr
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Wirtschaft des Iran vor Kollaps

Massenproteste und Tote wegen Währungskrise


Von Arian Faal

  • Sanktionen zeigen Wirkung

Straßensperre der Polizei im Zentrum Teherans. - APAweb /AP

Straßensperre der Polizei im Zentrum Teherans. APAweb /AP

Teheran. Augenzeugen sprechen von Toten und mehreren Verletzten: Im Iran ist es am Mittwochnachmittag bei Protesten rund um den Ferdosi-Platz und den großen Bazar von Teheran zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und der Polizei gekommen. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" sprechen mehrere Zeugen unabhängig voneinander von Toten und Verletzten bei den Ausschreitungen.

"Wir waren dort. Es war eine sehr angespannte Lage um den Bazar, denn die Leute agierten äußerst aggressiv und zornig. Sie haben die Schnauze voll von der Teuerungswelle und fragen sich, wie sie künftig überleben sollen. Wundert es Sie bei diesen Preisen? Die Polizei hat hart durchgegriffen und Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt. Einige Wechselstuben wurden gestürmt, damit die Leute nicht hineilen und ihre Rial in Euro oder Dollar umtauschen. Dabei hat es heftige Schlägereien und wilde Szenen gegeben. Es geht wieder los", meint ein junger Demonstrant. Der Unmut wird wegen der Wirtschaftskrise immer größer. Die westlichen Sanktionen, allen voran das seit 1. Juli in Kraft getretene Ölembargo der EU, machen der Führung offenbar mehr zu schaffen, als sie zugibt.

Der iranische Rial steht auf einem historischen Tiefstand - nun führte die Währungskrise zu Ausschreitungen.

Der iranische Rial steht auf einem historischen Tiefstand - nun führte die Währungskrise zu Ausschreitungen.APAweb/epa/Abedin Taherkenareh Der iranische Rial steht auf einem historischen Tiefstand - nun führte die Währungskrise zu Ausschreitungen.APAweb/epa/Abedin Taherkenareh

Steine gegen die Polizei

Wegen der drastischen Abwertung der Währung Rial - am 1. September bekam man für 27.000 Rial einen Euro - steht die gesamte Wirtschaft am Rande des Kollapses. In den betroffenen Gebieten marschierten Hunderte Polizisten auf und nahmen illegale Geldtauscher ins Visier. Einige erboste Männer warfen Steine gegen Polizisten und ein Polizeiauto, bevor sie wegrannten. Auf Youtube-Videos ist zu sehen, wie Menschenmassen sich um den Bazar scharen und rufen: "Traut Euch und schließt, wenn ihr Anstand habt" – laut Beobachtern eine Aufforderung an die Bazaris (Handelstreibende), sich gegen die Regierung zu stellen und den Handel zum Erliegen zu bringen.

Vor allem einer steht im Fokus der Kritik: der umstrittene Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Er musste sich nicht nur vom Parlament und vom Obersten Geistlichen Führer Ali Khamenei einen Rüffel wegen seiner "katastrophalen Wirtschaftspolitik" abholen, sondern bekommt auch den vollen Zorn der Bürger zu spüren. Auf anderen Videos riefen viele Perser "Nieder mit dem Regime" und "Allah o Akbar".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 14:21:38
Letzte Änderung am 2012-10-03 20:36:49


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