Wien. Der 1926 in London geborene Komponist Francis Burt, der seit den 1950er-Jahren in Österreich gelebt hat, ist am 3. Oktober im Alter von 86 Jahren im Landeskrankenhaus im steirischen Hartberg verstorben. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1992 war Burt Professor für Komposition an der Musikhochschule Wien, wo er von 1989 bis 1991 das Institut für Elektroakustik leitete.
Zwischen 1948 und 1951 studierte Burt zuerst Komposition an der Royal Academy of Music London, dann 1951 bis 1954 bei Boris Blacher in Berlin. Seit 1956 lebte er in Wien. Sein Werk umfasst Bühnenwerke wie die Opern "Volpone", "Barnstable" und "Mahan" und das Ballett "Der Golem", sowie Orchester- und Kammermusik.
Polylineare Gefüge
"Ich schreibe jetzt in einem Stil, der in irgendeiner Weise von elektronischer Musik beeinflußt ist: schwebend, mit nur wenig spürbarem Puls, jedoch mit Klangbändern, -flächen und einer zunehmenden Überlagerung von Linien zu einem polylinearen Gefüge", hatte Burt auf seiner Homepage seine Arbeit charakterisiert. "Dennoch bleibt die Geste Ausgangspunkt für all meine Arbeit. In irgendeiner Bedeutung des Wortes war meine Musik immer tonal."
1978 wurde Burt mit dem Würdigungspreis für Musik ausgezeichnet, 1981 mit dem Preis der Stadt Wien für Musik, 1992 mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
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