In einer gemeinsamen Großoperation haben über 2.000 Polizisten und Soldaten mehrere Favelas in Rio de Janeiro besetzt. Sie rückten am Sonntag in die Armensiedlungen Manguinhos und Jacarezinho vor, in denen bisher Drogengangs das Sagen hatten und in denen mehr als 70.000 Menschen leben. Bei der Aktion im Norden der Stadt wurden 24 gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Es gab keinen Widerstand. Die Gebiete seien in der "Rekordzeit" von 20 Minuten besetzt worden, teilte die Polizei mit.
Das Vorgehen ist auch Teil der Sicherheitsstrategie für die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Polizei die riesige Favela Rocinha im Süden der Stadt besetzt, ohne dass ein Schuss fiel. Bei der Erstürmung des berüchtigten "Complexo de Alemao" war es dagegen 2010 zu Schießereien gekommen, bei denen fast 40 Menschen starben. In einige Favelas wagten sich Polizisten nur mit gepanzerten Fahrzeugen hinein. Dort werden die Straßen von bewaffneten Patrouillen der Drogengangs kontrolliert.
Mit dem System der "Friedensschaffenden Polizeieinheiten" (UPPs) versuchen Rios Sicherheitsbehörden seit 2008 in den Favelas feste Polizeistationen zu installieren. In den am Sonntag besetzten Siedlungen sollen im Dezember und Januar 2013 zwei UPPs etabliert werden, von denen es dann in Rio insgesamt 29 gibt. "Die Befriedung ist keine kurzfristige Aktion. Die Strategie lautet: Wir gehen nicht mehr weg. Die Präsenz der Sicherheitskräfte (in den Favelas) ist definitiv", sagte Rios Gouverneur Sergio Cabral.
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