
Wien. Einen überraschenden Ausgang aus österreichischer Sicht hat am Mittwoch das Auftreten der beiden Lokalmatadore beim Erste Bank Open genommen: Nicht der als Nummer vier gesetzte, zweifache Wien-Sieger Jürgen Melzer erreichte die nächste Phase, sondern Jungstar Dominic Thiem. Melzer, der in Runde eins ein Freilos hatte, musste sich unerwartet dem Luxemburger Gilles Muller nach 1:51 Stunden mit 3:6,6:3,6:7(4) beugen. Bereits zuvor hatte dafür der 19-jährige Thiem in der ersten Runde den Slowaken Lukas Lacko nach 1:23 Stunden mit 7:6(3),6:3 aus dem Bewerb genommen.
Thiem ist damit als letzter Österreicher im Einzelbewerb dabei, Melzer war nur noch mit Alexander Peya im Doppel mit von der Partie. Für Melzer freilich eine weitere bittere Enttäuschung nach einer Saison mit vielen Rückschlägen. "6:7 im dritten verlieren tut immer weh, vor allem zu Hause", erklärte ein gefasster Melzer.
Dabei hatte es im dritten Satz schon ganz gut ausgesehen, speziell als der zweifache Wien-Sieger bei 4:4 einen Breakball vorfand. "Da hat er beim Breakball mit sehr hohem Risiko einen zweiten Aufschlag genau auf meinen Körper serviert. Im Endeffekt ist es an ein paar Punkten im dritten Satz gescheitert", erinnerte sich Melzer.
Erstmals seit acht Jahren ist der frühere Weltranglisten-Achte schon nach seinem ersten Match in Wien draußen. Nun möchte Melzer versuchen, gemeinsam mit Peya zumindest im Doppel so weit wie möglich zu kommen.
Thiem als letzter Österreicher im Einzel-Bewerb
Damit ist ausgerechnet Jungstar Thiem der letzte "Mohikaner" im Einzelbewerb der Stadthalle. Thiem trifft am Donnerstag (nicht vor 14.50 Uhr) auf den Australier Marinko Matosevic. "Er hat sehr gut und taktisch sehr klug gespielt. Er hat eine sehr gute Aufschlagleistung geboten und neun von zehn Breakbällen abgewehrt. Jetzt heißt es gut schlafen, nicht zu viel darüber nachdenken und morgen den Matosevic rausnehmen", waren Melzers anerkennende Worte in Richtung Thiem. "Ich freue mich für ihn, er ist ein unheimlich netter Bursche."
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