• vom 26.06.2007, 09:34 Uhr

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Weltweit rund 200 Millionen Drogensüchtige




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Von WZOnline / APA

  • Afghanistan: Opiumanbau außer Kontrolle.
  • Rund 200 Millionen Menschen nehmen Drogen, das sind 4,8 Prozent der Weltbevölkerung. Dies geht aus dem UNO-Weltdrogenbericht 2007 hervor. Mit rund 160 Millionen Konsumenten weltweit ist Cannabis immer noch das am weitesten verbreitete Rauschgift. UNO-Generalsekretär Ban erklärte die Reduktion der Nachfrage nach Suchtmittel zu einem wichtigen Ziel. Die Opium-Produktion in Afghanistan stieg im vergangenen Jahr dramatisch. Mittlerweile stammen mehr als 90 Prozent des weltweiten Opiums aus Afghanistan.

2006 seien dort 6.100 Tonnen des Grundstoffs für die Heroin-Herstellung produziert worden, 49 Prozent mehr als im Vorjahr.


Die Anbauflächen von Schlafmohn (Papaver somniferum) stiegen um 59 Prozent auf 165.000 Hektar - ein Rekordwert, wie das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Dienstag in Wien mitteilte.

In anderen ehemaligen Hochburgen - wie dem Goldenen Dreieck zwischen Laos, Burma und Thailand - wird laut dem Bericht kaum noch Mohn angebaut. Arme Bauern in der Region, aber auch in den Anden oder Afghanistan, seien aber auch weiterhin der Versuchung "illegaler Einnahmen" ausgesetzt, betonte Costa. Drogenkulturen verbreiteten sich besonders in "instabilen, korrupten und schlecht regierten Staaten."

Bei Kokain, Heroin, Cannabis und Amphetaminen sei mit Blick auf Produktion, Schmuggel und Konsum insgesamt eine "Stabilisierung" zu verzeichnen, sagte Costa. Die Anbauflächen für die Koka-Pflanze, aus der Kokain gewonnen wird, seien von 2000 bis 2006 um 29 Prozent zurückgegangen. Im größten Koka-Produktionsland Kolumbien, ging die Fläche sogar um 52 Prozent zurück.

Wegen verfeinerter Produktionsmethoden blieb aber die Menge des hergestellten Kokains annähernd gleich, 984 Tonnen wurden 2006 produziert. Mit rund 160 Millionen Konsumenten weltweit ist Cannabis immer noch die am weitesten verbreitete Droge. Angebaut wird die Haschpflanze in 172 Staaten.

Kampf gegen Drogen langwierig

Die USA und Großbritannien gehen von einem langwierigen und schwierigen Kampf gegen den Drogenanbau in Afghanistan aus. "Nichts kann das Drogenproblem über Nacht lösen. Es ist ein komplexes Problem, das eine komplexe Lösung erfordert", sagte der Staatsminister im britischen Außenministerium, Kim Howells, nach einem Treffen mit dem Chef der Drogenbekämpfungsabteilung im Weißen Haus, John Walters, am Montag (Ortszeit) in Washington. Daher müssten die Erwartungen realistisch bleiben. "Wir müssen ehrlich darüber sein, was erreichbar ist", sagte Walters.

Der Drogenhandel in Afghanistan könne nur bekämpft werden, wenn legale Alternativen für die Landbevölkerung geschaffen würden, sagte Walters weiter. Außerdem gestalte sich die Festnahme von Drogenhändlern schwierig, "wenn es kein Strafjustizsystem gibt, die ein faires und ordentliches Verfahren abhält".



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2007-06-26 09:34:12
Letzte Änderung am 2007-06-26 09:34:00


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