Die vor drei Jahrzehnten annektierte Region müsse marokkanisch bleiben, unterstrich der König. "Wir werden nicht einen Meter unserer geliebten Wüste aufgeben", sagte Mohammed VI. Ein Team aus Politik- und Wirtschaftsexperten sowie Stammesführern solle eine umfassende Studie zu einer möglichen Autonomieregelung erarbeiten.
Die Westsahara-Befreiungsorganisation "Frente Popular para la Liberacion de Saguia el Hamra y Rio de Oro" (Polisario) rief 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) aus, die von über achtzig Staaten anerkannt wird. Marokko hat große Anstrengungen unternommen, um die phosphatreiche Wüstenregion durch massiven Bevölkerungstransfer an sich zu binden. Vor der Küste der Westsahara wird auch Erdöl vermutet. Die DARS-Regierung hatte die Vereinten Nationen aufgerufen, die Erschließung von Ölvorkommen vor der Küste zu stoppen. Dabei ging es unter anderem um die zwischen Marokko und der französischen TotalFinaElf geschlossenen Bohrverträge.
In der UNO-Sicherheitsrats-Resolution 1429 war das Selbstbestimmungsrecht der Westsahara-Bevölkerung anerkannt worden. Während die in Algerien etablierte Exilregierung der DARS dem vom ehemaligen US-Außenminister James Baker ausgearbeiteten Referendums-Plan zugestimmt hat, wird dieser von Marokko abgelehnt. Der Baker-Plan sieht vor, die Bevölkerung bis 2008 in einem Referendum darüber entscheiden zu lassen, ob sie die volle Unabhängigkeit will oder zu Marokko gehören möchte.
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