• vom 23.12.2005, 00:00 Uhr

Archiv

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



In der Wiener Volksoper wurde Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel" wieder aufgenommen

Knusper, knusper


Von Julia Urbanek

  • "Hänsel und Gretel" ist sonderbarerweise untrennbar mit Weihnachten verbunden. Liegt es an den unschuldigen Kindern oder sinds die Lebkuchen?

Elisabeth Kulman als neuer Hänsel, Mara Zampieri als Knusperhexe. Volksoper Wien

Elisabeth Kulman als neuer Hänsel, Mara Zampieri als Knusperhexe. Volksoper Wien Elisabeth Kulman als neuer Hänsel, Mara Zampieri als Knusperhexe. Volksoper Wien

Ein wahres Fest jedenfalls war die Wiederaufnahme von Engelbert Humperdincks Kinderoper am Währinger Gürtel. Die Kinderaugen warteten schon ungeduldig auf Hänsel, Gretel und Hexe, die Erwachsenen erinnerten sich bei der schön interpretierten Ouvertüre ihrer eigenen Kindheit. Der Vorhang öffnete sich und enthüllte ein märchenhaftes Bühnenbild (Toni Businger) - ein bescheidenes Holzhaus, alte Fichten - die Stimmung verhieß von Anfang an spannendes Knistern.

Werbung

Ein fabelhaftes Ensemble beherrschte die Bühne: Wicus Slabbert als Vater Peter genoss seine (letzte) Rolle in vollen Zügen, Elisabeth Kulman und Birgid Steinberger als Hänsel und Gretel harmonierten gut - von den Klassikern "Suse, liebe Suse", "Brüderlein, komm tanz mit mir" bis zum wunderschönen Abendsegen.

Gleich kommt die Hexe

Im dritten Akt wurde es spannend: "Jetzt kommt gleich die Hexe", flüsterte ein kleines Mädchen im Parkett. Und sie kam. Mara Zampieri war die "echte" Knusperhexe - knorrig, bitterböse und herrlich komisch. Einem stimmlichen Teufelsritt folgte ein wilder Ritt auf dem Besen quer durch den Saal - Alt und Jung blieb vor Freude der Mund offen stehen.

Zampieri sang und spielte mit solchem Feuer - bis sie schließlich selbst in diesem landete. Ein Freudenfest. Der Kinderopernklassiker begeisterte auch dieses Jahr. Nach dem ersten Applaus stand die Volksopern-Belegschaft mit Direktor Rudolf Berger und Bundestheater-Chef Springer auf der Bühne. Nach der ersten Irritation war klar: Wicus Slabbert, gerade noch Vater von Hänsel und Gretel, bekam die Ehrenmitgliedschaft der Volksoper verliehen und beendete mit seiner Lieblingsrolle seine Karriere. Nach Bergers langer Rede wetzten die Kinder schon ungeduldig auf ihren Sitzen, die Erwachsenen verabschiedeten den Kammersänger aber mit stehenden Ovationen. Mit Melodien im Ohr ging es hinaus in die kalte Nacht.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2005-12-23 00:00:01
Letzte Änderung am 2005-12-22 17:52:00

Werbung



Beliebte Inhalte



Auch in Ankara ging die Polizei mit Tränengas nicht sparsam um - nun kommt es zu Engpässen. - APAweb / REUTERS / Dado Ruvic
  • Lage in Istanbul ruhig - OSZE kritisch - FPÖ und BZÖ fordern Abbruch von Beitrittsgesprächen.
  • weiter

Wie Franz von Assisi ein Freund der Armen und der Tiere. - epa
  • Franziskus ermuntert Bischöfe und Laien zum ursprünglichen Christentum.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Arbeiten in der prallen Sonne: Besonders Bauarbeiter stöhnen unter der Hitze. - apa/Hans Klaus Techt
  • Baufirmen können Arbeiter ab 35 Grad Außentemperatur bezahlt freistellen.
  • weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter





Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung