• vom 12.07.2005, 00:00 Uhr

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Nimmt Red Bull Salzburg die Liga auf die Hörner?

"Wir beginnen doch bei Null"




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  • Red Bull Salzburg geht heute als Top-Favorit in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Die "Wiener Zeitung" sprach vor dem Ankick mit Trainer Kurt Jara.

"Wiener Zeitung": Herr Jara, ist die Mannschaft mit den vielen Neuen schon eingespielt?

Kurt Jara träumt noch nicht von der Champions League. APA

Kurt Jara träumt noch nicht von der Champions League. APA Kurt Jara träumt noch nicht von der Champions League. APA

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Kurt Jara: Die Zeit war kurz, Probleme gab es mit den Verletzungen von Manninger und Linke. Das letzte Testspiel gegen Hajduk Split hat gezeigt, dass das Team zusammen gewachsen ist.

Ist es ein Vorteil, dass die neuen Spieler Routiniers sind und sich schnell einfügen können?

Nicht unbedingt. Ein Vorteil ist, dass sehr viel Neue gekommen sind. Schwerer wäre es, wenn eine Mannschaft Erfolg gehabt hat und neue Spieler eingefügt werden müssen. Hier beginnt alles von Null, manche Spieler wie Knavs, Schopp, Linke oder Kirchler haben von mir eine Hierarchie erhalten. Die neuen Spieler waren schon im Ausland tätig und wissen, wie das Geschäft läuft.

Kann man auch zu viele Führungsspieler haben?

So viele sind es ja nicht. Ein Lokvenc ist ein ruhiger Typ wie Jezek oder Mayrleb, der sich auf das Tore schießen konzentriert. Das sind keine Antreiber.

Kann man Vergleiche zwischen ihren Trainerstationen Salzburg und Tirol ziehen?

Nein, das ist etwas anderes. In Tirol waren schon viele Spieler, die nur ihre Leistung nicht abgerufen haben. Außerdem habe ich im Frühjahr ein halbes Jahr Zeit gehabt. Davor war ich zudem dort als Sportdirektor tätig. Bei Salzburg ist es vielleicht ein Vorteil, dass absolut alles neu ist. Jeder muss sich positionieren.

Haben Sie auch in Salzburg Zeit? Oder fällt der Faktor weg?

Wir haben uns ein Ziel gesetzt, wir wollen am Ende der Saison in Europa mitspielen. Das Endziel ist wichtig. Red Bull ist nicht irgendein Sponsor, die wollen kontiuierlich nach oben. Und mit dieser Mannschaft müssen wir unter die ersten Drei, danach folgen die nächsten Schritte.

Nach den ersten Einkäufen haben Kritiker von einer Pensionisten-Truppe gesprochen.

Nach den Einkäufen von Kirchler, Mayrleb und Jezek war dies auch irgendwo berechtigt. Aber anschließend haben wir auch andere geholt. Wir haben einen Altersschnitt von 28 jahren, das ist im europäischen Schnitt fast ideal. Und wir haben aktuelle Teamspieler in unseren Reihen, so falsch kann der Weg also nicht sein.

Wie sieht die langfristige Planung aus? Rücken junge Spieler künftig nach?

Wir haben einen Pöllhuber mit 21 jahren, einen Janko von der Admira. Beide haben sicher Zukunft. Die Austria hat uns hier einiges voraus, weil sie die Kontakte zu den jungen Spielern mit der Akademie besitzt. Wir wollen unsere Amateure ebenso bald in die Red Zac-Liga bringen.

Hat sich die Lage im Umfeld mit den Fanprotesten gegen den neuen Besitzer beruhigt?

Ja, nach Gesprächen gab es keine Proteste mehr. Tradition in Ehren, aber wenn ein neuer Besitzer kommt, kann er bestimmen, wie die Vereinsfarben aussehen.

Hat Salzburg wirklich das Potenzial zu einem europäischen Spitzenklub?

Red Bull will an die Spitze, daher sind sie auch in die Formel-1 eingestiegen. Wir wollen in die Champions League. Reinkommen ist schwerer als dort zu bestehen. Österreichs Problem ist, dass wir über die Qualifikation gehen müssen. Unser Ziel ist, dass wir uns in der Champions League festsetzen. Dann kann vieles schnell gehen. Die Champions League zu gewinnen ist ein bisserl utopisch.

Wie eng ist der Kontakt zu Berater Franz Beckenbauer?

Der Franz ist absolut dabei bei uns. Er hat viele Türen bei Spielern wie Linke und Zickler geöffnet. Seine Meinung ist eben gefragt.

Gibt es einen ständigen Kontakt mit dem "Kaiser"?

Ja, nur in letzter Zeit war er beschäftigt, da kommunizieren wir über die Mobilbox. Wir haben viel Speicherplatz.

Gibt es einen Spieler bei Salzburg, der der Star der Liga werden könnte?

Ich will keinen hervor heben. Wenn die Mannschaft funktioniert, kann ein Spieler leichter hervor stechen.

Das Gespräch führte

Alexander Strecha



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2005-07-12 00:00:01
Letzte Änderung am 2005-07-11 19:27:00


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