• vom 29.04.2005, 00:00 Uhr

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Update: 29.04.2005, 10:43 Uhr

Flakturm-Umbau im Augarten

Proteste gegen den Datenturm




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Von Matthias G. Bernold

  • Gegen die Pläne, in den beiden Flaktürmen im Augarten einen Datenspeicher mit 300 Beschäftigten einzurichten, laufen jetzt die "Freunde des Augartens" Sturm. Vorwurf der Bürgerinitiative: Durch das Projekt sei der Augarten als Naherholungsraum bedroht. Eine Baubewilligung steht weiterhin aus.

Geht es nach den Plänen der Firma Daten Center Vienna (DCV) soll (vorerst einmal) im runden der beiden -denkmalgeschützten - Flaktürme ein bombensicherer Datenspeicher errichtet sowie der Turm aufgestockt werden. Die "Wiener Zeitung" berichtete. Derzeit liegt das Projekt beim Bildungsministerium, das in zweiter Instanz über die Erteilung der Baubewilligung zu entscheiden hat. Ein erster Antrag wurde vom Bundesdenkmalamt abgewiesen.

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Nicht zuletzt das Ausmaß des 50-Millionen-Euro-Projekts ist den "Freunden des Augartens" ein Dorn im Auge. Immerhin - berichtet Vereinsobmann Erwin Pönitz - sollen in den Kriegsrelikten 50.000 Server aufgestellt werden, mit einem Stromverbrauch von 30.000 bis 50.000 Kilowatt: "Das entspricht dem Stromverbrauch der gesamten Leopoldstadt." Dazu kommen Notstromaggregate, Liftanlagen, Fluchtstiegen, Zugangstunnel: "Das ist eine Riesen-Industrieanlage mitten im Naherholungsgebiet." Auch wird gefürchtet, dass - sollte einmal der Denkmalschutz fallen - weitere Projekte mit noch negativeren Auswirkungen folgen könnten. Morgen, Samstag, zum 230. Jahrestag der Öffnung des Augartens durch Josef II. wollen die Vertreter der Bürgerinitiative die Parkbesucher mit Flugzetteln und bedruckten Luftballons wachrütteln.

Vertrag mit Aktionsradius

Bereits seit 2003 hat DCV die beiden Flaktürme gemietet. Verantwortlich für die Gebäude ist die Burghauptmannschaft. Burghauptmann Wolfgang Beer begrüßt das Projekt: "In den nächsten zwei bis drei Jahren wäre der runde Flakturm ohnehin zu sanieren." Mit der Kulturinitiative "Aktionsradius Augarten" schloss DCV einen Vertrag, der u.a. den Verbau weiterer Parkflächen verbietet und die Höhe des Zubaus reglementiert. "Für jeden gebrochenen Vertragspunkt, haben wir eine Konventionalstrafe von 10.000 Euro vereinbart", berichtet Uschi Schreiber vom Aktionsradius. Das genügt Pönitz aber nicht: "Wir wollen nicht, dass sich die Leute ins Auto setzen müssen, um zur Erholung ins Grüne zu fahren, weil der Augarten zum Industriegebiet degradiert worden ist."

http:/www.baustopp.at



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Dokument erstellt am 2005-04-29 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-29 10:43:00


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