Wien. (man) Beim Wiener Sportklub kann es mitunter etwas länger dauern. Seit Jahren wurde von der Wiedervereinigung mit dem WSC gesprochen, im Frühjahr wurde sie angegangen. Mindestens ebenso lange versucht der Klub Unterstützung für die Renovierung seines Platzes zu bekommen - auch da soll sich jetzt was tun.
Denn beim Wiener Sportklub kann es auch schnell gehen. Wie am Mittwochabend, als das neugeschaffene Kuratorium schon im Beisein von Journalisten, denen es später vorgestellt wurde, noch flink die konstituierende Sitzung beendete. Das Kuratorium mit Altbundeskanzler Franz Vranitzky als Vorsitzenden soll ein wirtschaftlich-technischer Beirat des Vorstands sein, wie Präsident Udo Huber erklärt. Neben Vranitzky sitzen mehrere aktive und ehemalige Politiker und Wirtschaftstreibende mit Bezug zum Wiener Sportklub im Kuratorium. Vranitzky fasst den Aufgabenbereich bewusst lose. Das Kuratorium wolle sich nicht einmischen, sondern zugunsten des Vereins "vielleicht das eine oder andere Netzwerk einsetzen".
Seine neue Funktion ist dem 73-jährigen Altbundeskanzler Beweis, dass "ich im Mich-Zurückziehen aus Funktionen und Ämtern sehr erfolglos bin". Durch seine Verbindung zu den Dornbachern, in seiner Jugend spielte er selbst im WSC-Nachwuchs, ließ er sich aber doch überreden. "Das ist wie mit dem Bumerang in Australien. Man wirft ihn weg, wird ihn aber nicht los", sagt Vranitzky.
Renovierung erwünscht
Erstes Anliegen des Beirats ist die Stadionsituation, vor allem die Umkleide- und Büroräume bedürfen einer dringenden Renovierung. Von den Diskussionen um die Rückkehr des WSK in den WSC ist Vranitzky nach eigenem Bekunden "noch nicht angekränkelt". In diesem Punkt sieht es laut Huber nicht schlecht aus, die Gespräche laufen in "angenehmem Verhältnis". Für die kommende Saison geht sich die Rückkehr noch nicht aus, also wird der Verein noch als WSK antreten. Trotz finanzieller Kürzungen ist Huber überzeugt, wieder eine konkurrenzfähige Truppe mit dem neuen Trainer Franz Maresch an den Start zu bringen. Diese soll so weit oben wie möglich mitspielen. Sollte die Chance auf den Aufstieg bestehen, will man auch kommende Saison wieder um eine Bundesliga-Lizenz ansuchen. Denn auch beim Sportklub kann es ja recht schnell gehen.