Tokio. Die Reparaturen an der japanischen Atomruine Fukushima haben am Samstag einen erheblichen Rückschlag erlitten. Die Dekontamination von radioaktiv verseuchtem Wasser musste nur wenige Stunden nach Beginn der Arbeiten abgebrochen werden. Das gab der Betreiberkonzern Tepco bekannt. Grund dafür sei eine höhere Konzentration von radioaktivem Cäsium als prognostiziert, erklärte ein Tepco-Sprecher.
Ursprünglich waren die Arbeiten bereits für Freitag geplant gewesen, waren aber wegen mehrerer Pannen bereits verschoben worden. Behörden hatten zu Wochenbeginn ihre Sorge darüber geäußert, dass große Mengen kontaminierten Wassers aus Fukushima ins Meer gelangen könnten, wenn nicht bald Schritte gesetzt werden.
Tepco hat seit dem Ausfall des Kühlsystems nach dem verheerenden Erdbeben samt Tsunami am 11. März große Mengen Wasser zur Kühlung in das havarierte AKW gepumpt. Der Umgang mit dem radioaktivem Wasser ist mittlerweile aber zu einem der größten Probleme in Fukushima geworden. Derzeit sollen sich rund 110.000 Tonnen hochverseuchten Wassers im Kraftwerk befinden.
IAEO übt Kritik an Japan
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO/IAEA) hat nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima Kritik an der nuklearen Sicherheit in Japan geübt. Das Land habe einige Standards und Empfehlungen der IAEO außer Acht gelassen. Dies enthüllt ein Bericht der IAEO, der von internationalen Experten nach einem Besuch der havarierten Atomanlage in Fukushima verfasst wurde. Einige Reaktoren der Anlage, die bei dem Erdbeben und dem Tsunami vom 13. März zerstört worden war, waren bei dem Besuch Ende Mai noch immer nicht unter Kontrolle. Die Standards, die die Behörde mit Sitz in Wien erstellt, sind für die Mitgliedstaaten allerdings nicht bindend.
Fukushima-Sonderkonferenz in Wien
Am Montag beginnt in Wien eine Fukushima-Sonderkonferenz der mehr als 150 IAEO-Mitgliedsländer. Der Bericht, der der Nachrichtenagentur dpa in voller Länge vorliegt, enthüllt zudem, dass Japans Behörden unzureichend auf Atomunfälle wie in Fukushima vorbereitet waren. (APA/Reuters/dpa)