• Artikel vom 17.06.2011, 18:24 Uhr

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Kosovo erhält Pässe aus Österreich


Von Reinhard Göweil
  • Staatsdruckerei zieht Großauftrag an Land.
  • Pristina.Die Österreichische Staatsdruckerei (ÖSD) hat am Freitag in Pristina einen Großauftrag an Land gezogen: Das heimische Sicherheitsdruck-Unternehmen wird in Europas jüngstem Staat das Reisepass-System aufbauen. Bei der Höhe des Auftrags soll es sich um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag handeln.

"Wir werden nicht nur die Reisepässe für die Republik Kosovo drucken und ausstellen, sondern auch die Personalisierungs-Maschinen, und die gesamte Daten-Logistik dahinter", freut sich ÖSD-Miteigentümer Robert Schächter. Generaldirektor Reinhard Gausterer konnte sich in der Endausscheidung gegen drei Konkurrenten aus Slowenien, Kroatien und Deutschland durchsetzen. Ab Oktober 2011 erhalten die zwei Millionen Kosovaren nun biometrische Pässe, die auch in der EU anerkannt sind. Gausterer: "Wie viele kosovarische Bürger außerhalb des Landes leben, aber Anspruch auf einen neuen Pass haben, wissen wir derzeit noch nicht." Die Staatsdruckerei, die auch heimische Pässe und Führerscheine druckt, ist mit dem Kosovo nun in 63 Ländern vertreten. 2010 machte das Unternehmen mit 180 Mitarbeitern einen Umsatz von 40 Millionen Euro.

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Der Kosovo spaltete sich 2008 von Serbien ab und

ist mittlerweile von den meisten EU-Ländern anerkannt. Er gilt als Armenhaus Europas. Die biometrischen Reisepässe sind notwendig, um die Bürger europaweit mobiler zu machen. Die Staatsdruckerei hat nun gute Chancen, auch in anderen Sicherheitsdruck-Bereichen zum Zug zu kommen, etwa bei Führerscheinen.

EU gewährt Finanzhilfe

Der Kosovo erhält bis 2012 von der EU 206 Millionen Euro an Finanzhilfe. Brüssel unterstützt den Aufbau von Dokumentensicherheitssystemen und den Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Im Kosovo gilt der Euro als Zahlungsmittel. Das Risiko der Staatsdruckerei ist also als eher gering einzuschätzen. Auch Brüssel will, dass der Kosovo über funktionierende Sicherheitsstrukturen verfügt. Dazu gehören fälschungssichere Reisepässe.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-06-17 18:24:02
Letzte Änderung am 2011-06-17 18:24:00


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