• vom 03.10.2011, 17:13 Uhr

Archiv

Update: 13.10.2011, 15:40 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Konzert: Tonkünstler-Orchester NÖ

Endlich etwas zum Mitsummen


Von Daniel Wagner

Sonntagnachmittag im Musikverein. Und was für einer. Die Tonkünstler kehrten bestens disponiert in den Goldenen Saal zurück: Mendelssohns erste Symphonie und Beethoven mit seiner Fünften wollten akustisch gut begleitet sein, immerhin galt es, für die kommerziellen Mitschnitte erstklassige Klangqualität zu bieten. Das Ensemble genoss die große Linie im Eröffnungs-Allegro des deutschen Romantikers, das Menuett wurde ein mächtiger Schreittanz.

Werbung

In der schicksalsbeladenen c-Moll Symphonie des Wiener Klassikers spielte Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada mit den plakativen Elementen. Da pochte nicht nur jedes Motiv, sondern bestimmt manch Hörerherz höher.

So einen schönen Kultursonntag hätte nicht einmal die schrägste Uraufführung gestört. Geschweige denn das Auftragswerk des Tonkünstler-Orchesters an Iván Eröd. Er komponierte, inspiriert von der Solistin der Premiere, ein klassisch dreisätziges Klarinettenkonzert. Hier wurden keine Mauern niedergerissen, Eröd verstand mit diesem Werk ein weiteres Mal, einem großen Ensemble melodisch bestens ins Ohr gehende Ideen mitzugeben. Mögen die üblichen Nörgler epigonale Ansätze in Gershwins eröffnenden Jazz-Synkopen gehört haben. Manchem mochte der zweite Satz zu impressionistisch sein. Der Komponist hat der Gegenwart ein Werk geschenkt, das nicht nur unterhält, sondern bewegt und in seinen Motiven einen einmaligen Wiedererkennungswert hat.

Mit der Klarinette der israelischen Künstlerin Sharon Kam stand dem Orchester eine kongeniale Solistin zur Seite, die mit Emotionsausbrüchen direkt neben verhaltenen Seufzern das Leben frei nach Goethe widerspiegelte. Ist es nicht alles ein bisschen "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt"? Viel Applaus, viel zu wenig Begeisterung.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-10-03 17:20:02
Letzte Änderung am 2011-10-13 15:40:36


Werbung



Beliebte Inhalte



Freundliches Lächeln zwischen Vizemarschall Choe Ryong-hae und Präsident Xi Jinping. - ap
  • Erstmals unter Kim Jong-un besucht ein nordkoreanischer Gesandter Peking
  • weiter

Wer braucht Gewerkschaften, wenn die Mitarbeiter eingebunden sind? Frank Stronach regelt Konflikte lieber selbst. - apa/Michael Gruber
  • Salzburger Stronach-Mann weicht in Debatte um Gewerkschaft vom Chef ab.
  • weiter

Mehr als 5000 "Siemensianer" arbeiten derzeit noch in der neuen "Siemens-City" in Wien-Floridsdorf. - apa
  • Auch in Österreich wackeln bis zu 1000 Arbeitsplätze
  • weiter

Vor dem wahnwitzigen Gemetzel: "Galizien" als sentimental-groteskes Antikriegsstück. - Thomas Aurin
  • "Die Glembays", "Galizien" und "Agonie" von Miroslav Krlea.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Eine erste Teststrecke beim Westbahnhof wurde grün angemalt. - APAweb / Georg Hochmuth
  • City-Chefin Stenzel: Grüne geben Steuergelder für Parteiwerbeaktion aus.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung