Die Europäische Zentralbank könnte sich schon bald in der Lage wiederfinden, dass sie - wie die Fed in den USA - Anleihen aufkaufen muss, um die Märkte dauerhaft zu stabilisieren.
Spreads viel höher
Der Zinsabstand (Spread) zu den als in der EU am sichersten geltenden deutschen Staatsanleihen kletterte auf 10,15 Prozentpunkte. Wo und wann das Spiel der Spekulanten endet, vermag niemand seriös zu beantworten.
An der Aktienbörse in Athen fielen die Kurse am Freitag um 1,5 Prozent. Stärker verlor wie schon an den Vortagen der heimische Leitindex ATX - er gab um 3,33 Prozent auf 2311,77 Punkte nach, zwischenzeitlich war er erstmals seit August 2009 unter 2300 Zähler gefallen. Vor allem die Bankenwerte drehten stark ins Minus. Der DAX in Frankfurt verlor 3,27 Prozent auf 5715,09 Punkte. Nach dem Absturz des Vortages ging der New Yorker Dow-Jones-Index um vergleichsweise moderate 1,34 Prozent tiefer auf 10.379,60 Zählern ins Wochenende.
ur Bares ist Wahres
Gold hielt sich auf hohem Niveau. Die Feinunze kostete 1201 Dollar - und lag damit knapp unter dem Rekord von Dezember 2009 mit 1221,70 Dollar pro Unze. Die Nachfrage nach dem als sicherer Anlagehafen geltenden Edelmetall sei anhaltend hoch, sagten Händler. "Heute nehmen Anleger vielleicht ein paar Gewinne mit, aber die Verunsicherung an den Finanzmärkten macht Gold weiter attraktiv", hieß es.
Goldfonds verzeichnen große Mittelzuflüsse: So erreichte etwa der weltgrößte Exchange-Traded-Fund für das Edelmetall, SPDR Gold Trust, ein neues Rekordvolumen. Aktuell hält der Fonds Goldbarren mit einem Gesamtgewicht von 1187 Tonnen. Das sind knapp 27 Tonnen mehr als am Vortag. Damit hat sich das Anlegerinteresse gegenüber den Vortagen noch einmal deutlich verstärkt. Experten zufolge handelt es sich dabei um den stärksten Zuwachs seit Jänner 2009. Die Schweizer Bank UBS erwartet eine "außergewöhnlich starke Nachfrage" nach kleineren Barren und Münzen. Schon bald könnte die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigen.
Obwohl die Finanzmarktturbulenzen den Goldpreis nach oben treiben, könnte der Zauber abrupt vorbei sei: Nämlich dann, wenn die Investoren Verluste bei Aktien und Währungen durch Goldverkäufe ausgleichen müssen, um liquide zu bleiben.