• vom 04.05.2010, 17:57 Uhr

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Update: 04.05.2010, 18:16 Uhr
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Brigitte Lendl, Initiatorin und Projektleiterin von projektXchange, erhält am Mittwoch den Humanitätspreis

"Integration ist lebbar und machbar"


Von Stefan Beig

  • In bisher 300 Schulen waren "Botschafter der Integration" auf Besuch.
  • Brigitte Lendl bekommt den Humanitätspreis für das Schulprojekt.
  • Wien. Rund 160 prominente Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund beteiligen sich heute an dem Integrationsprogramm von projektXchange. Sie besuchen Schulklassen in ganz Österreich und fungieren dort als "Botschafter der Integration". "Als Erster war der Fußballer Iviza Vastic dabei", berichtet die Initiatorin und Projektleiterin Brigitte Lendl. "Als Nächste kam Arabella Kiesbauer. Es ist schnell gegangen. Jetzt rufen mich mittlerweile Leute an, die ebenfalls Botschafter der Integration werden möchten."

Im Februar 2009 wurde mit dem Integrationsprojekt begonnen, das der Verein Lernen aus der Zeitgeschichte durchführt. Mittlerweile wurde es an 300 Schulen durchgeführt. Am Mittwoch wird Brigitte Lendl für diese Arbeit mit dem Humanitätspreis der Heinrich-Treichtl-Stiftung des Roten Kreuzes ausgezeichnet.

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"Die persönliche Begegnung hilft, Vorurteile abzubauen", meint Lendl gegenüber der "Wiener Zeitung". "Integration ist lebbar und machbar. Es ist wichtig, den Schülern zu vermitteln, dass Zuwanderer nicht eine Bedrohung, sondern eine Bereicherung sind. Das alles soll auf spielerische Weise geschehen, ohne erdrückend zu sein. Das Miteinander soll normal werden."

So bestanden etwa in einer AHS unter einzelnen Schülern Abneigungen gegen Türken, weil es mit den türkisch-stämmigen Schülern der benachbarten Hauptschule öfters zu Auseinandersetzungen auf dem Schulweg gekommen ist. Auf Initiative eines Lehrers war daraufhin der türkisch-stämmige Rapidler Veli Kavlak zu Besuch, der einen erfolgreichen Türken repräsentierte.

Brigitte Lendl: "War schon immer an Integration interessiert."

Brigitte Lendl: "War schon immer an Integration interessiert." Brigitte Lendl: "War schon immer an Integration interessiert."

In eine andere Schule mit vielen Kindern aus Ex-Jugoslawien kam die Moderatorin Dodo Roscic mit serbischen Wurzeln. "Hier ging es vor allem um Vorbildwirkung und Motivation", so Lendl. "Roscic war für die Schüler jemand, der es geschafft hat." Eine Schülerin berichtet: "Doroteja hat mich mit ihrer positiven, optimistischen Art total beeindruckt. Ihr Leben ist meinem sehr ähnlich. Wir beide sind in einem anderen Land auf die Welt gekommen, wurden mit vielen Problemen in Österreich konfrontiert, sehen Österreich als die neue Heimat und haben dieselbe Meinung über Jugoslawien. Ich habe nie gedacht, dass ich jemanden finden werde, der mein Vorbild sein könnte. Aber an dem Nachmittag ist es passiert und jedes Mal, wenn ich nicht weiter kann, denke ich an sie, an Dodo!"

Wie die Lehrkräfte berichten, nehmen nach Begegnungen sogar die Schulerfolge bei Migranten zu. Über den Besuch des tschechischen Schriftsteller Michael Stavaric erzählt eine Lehrerin: "Der Effekt war, dass meine bunten Kinder, also solche mit Migrationshintergrund, auf einmal zum Mittelpunkt wurden. Die anderen haben erlebt, dass hier Geschichten erzählt, Erfahrungen berichtet werden, die sie selber nicht kennen. Und die Tatsache, dass eine offensichtlich berühmte Persönlichkeit sich in die Reihe der bunten Kinder stellt, das hat den Eindruck ungemein verstärkt." Eine andere Lehrerin meint über das Projekt: "Die Schüler haben einander, die fremde, aber auch die eigene Kultur und Sprache näher kennen- und schätzen lernen können. Aber auch wir Lehrer haben einiges über die Kultur unserer Schüler dazugelernt."



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2010-05-04 17:57:11
Letzte Änderung am 2010-05-04 18:16:00

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