Insgesamt gab der Umsatz um knapp 11 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro nach, der Nettogewinn brach um knapp 31 Prozent auf 97 Millionen Euro ein. Die Aktionäre, die sich im Vorjahr über einen um 111 Prozent gestiegenen Kurs freuen konnten, sollen eine leicht von 1,10 auf 1,00 Euro gekürzte Dividende erhalten, auch wenn das eine starke Erhöhung des Ausschüttungsgrads bedeutet. Der hohe Auftragsbestand, der zu Jahresende auf der Rekordhöhe von knapp 4,4 Milliarden Euro lag, rechtfertige das aber - und auch eine optimistische Prognose: Umsatz sowie (dank Kostensenkungen) Gewinn sollten 2010 "leicht steigen".
In den Bereichen Papier-, Zellstoff- und Stahlindustrie, wo der Nachfragerückgang 2009 am stärksten zu spüren war, sei zwar noch keine durchgreifende Verbesserung zu erwarten. Im Bereich Wasserkraft aber sei nach einem sehr guten Jahr 2009 das Umfeld auch heuer durchaus positiv.
Nach Regionen betrachtet stammte bereits die Hälfte der Auftragseingänge aus den sogenannten Emerging Markets, in China, Asien und Südamerika sind inzwischen auch schon mehr als ein Viertel der rund 13.000 Mitarbeiter beschäftigt.
"Kriegskasse" gut gefüllt
Nachdem die Türkei nach wie vor am Bau des umstrittenen Ilisu-Staudamms festhält und nach Regierungsangaben inzwischen auch die Finanzierung sichergestellt hat, sieht sich Andritz weiter im Spiel: Die Verträge seien zwar nach dem Ausstieg der Exportkredit-Versicherer auf Eis gelegt worden. Geht das Projekt aber weiter, könne Andritz Aufträge für Turbinen und Generatoren um rund 300 Millionen Euro erwarten.
Kapitalmäßig kommen die Steirer stärker aus der Krise: Der operative Cash flow stieg 2009 um mehr als ein Drittel auf fast 346 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg von 18,7 auf 20 Prozent. Die liquiden Mittel stiegen auf 1,1 Milliarden Euro - für weitere Akquisitionen sei man gut gerüstet. Leitner ist ein wenig enttäuscht, dass die Krise nicht mehr geschwächte Übernahmekandidaten für seinen Konzern gebracht hat: "Aber das wird ja vielleicht heuer anders."