• Artikel vom 10.03.2010, 17:40 Uhr

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Update: 10.03.2010, 17:41 Uhr
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In Berlin öffnet die ITB, die größte Reisemesse der Welt, wieder ihre Pforten - 170.000 Besucher erwartet

Großangriff auf die nahen Märkte


Von Petra Medek aus Deutschland
  • Mehr Aussteller beim Tourismus-Branchentreff.
  • Österreich setzt Fokus auf Gäste aus Deutschland.
  • Berlin. Ausgelassener Tanz zu karibischen Klängen, ein Irland-Fotoshooting in einer Bluebox, ein Flugsimulator einer Boeing 777 und sogar Duftnoten von frischem Gras und Heu - ganz schön pompös ist das Rahmenprogramm der heurigen ITB, größte Reisemesse der Welt, die am Mittwoch in Berlin ihre Pforten öffnete.

Gradmesser für die gesamte Branche

Die Tourismusbranche diskutiert auf der diesjährigen ITB in Berlin die neuen weltweiten Reisetrends. Foto: epa

Die Tourismusbranche diskutiert auf der diesjährigen ITB in Berlin die neuen weltweiten Reisetrends. Foto: epa Die Tourismusbranche diskutiert auf der diesjährigen ITB in Berlin die neuen weltweiten Reisetrends. Foto: epa

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Der Branchentreff soll bis zum kommenden Sonntag rund 170.000 Branchenvertreter und Privatpersonen anlocken. Damit liegen die Erwartungen der Messeleitung unter den Daten von 2009, als noch knapp 180.000 Besucher kamen. Dennoch sind alle Hallen am Berliner Funkturm ausgebucht, der Verlauf der Messe gilt schließlich als Gradmesser für die gesamte Branche. An der Tourismusbörse nehmen heuer 11.127 Aussteller aus 187 Ländern teil. 2009 waren es 11.098 gewesen.

Partnerland der 44. Ausgabe der ITB ist die Türkei. Der türkische Tourismusminister Ertugrul Günay sagte, auch sein Land sei 2009 von der Wirtschaftskrise geprägt gewesen. Es seien mit 27 Millionen Urlaubern um vier Prozent weniger Gäste als 2008 gekommen.

Er stelle Zuversicht fest, sagte ITB-Chef Martin Buck. Hinter dieser zweckoptimistischen Aussage liegt jedoch Nervosität: Schließlich hat die Krise auch den Tourismus erfasst. 2009 ging die Zahl der Touristen weltweit um vier Prozent auf 880 Millionen zurück, europaweit gab es sogar ein Minus von 5,6 Prozent bei den Ankünften.

Wer reiste, tat dies vorwiegend im eigenen Land oder in nahe gelegene Nachbarstaaten. Für heuer rechnet die Welt-Tourismus-Organisation mit einem Anstieg der weltweiten Touristenzahl von etwa drei bis vier Prozent.

Österreich sollte in der Sommersaison mit diesen Zuwächsen mithalten können, hofft Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. "Wir sollten zumindest im Weltschnitt liegen", so Mitterlehner bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Österreich Werbung (ÖW) auf der ITB. Wesentlich dazu beitragen sollen die Gäste aus den Nahmärkten.

Deutsche sollen länger bei uns urlauben

Die ÖW will sich im Rahmen der heurigen Sommerkampagne, die heute, Donnerstag, vorgestellt wird, ganz besonders auf die wichtigste Gästegruppe - die Deutschen - fokussieren, die derzeit vor allem gern auf einen Kurzurlaub in die Alpenrepublik kommen - für den klassischen Sommerurlaub gebe es aber noch großes Potenzial, sagte ÖW-Chefin Petra Stolba.

2009 gingen die Nächtigungen deutscher Urlauber in Österreich um 2,6 Prozent auf 48,8 Millionen zurück. Sie stellen aber immer noch 54 Prozent aller Auslandsgäste. Das liebste Urlaubsziel der Deutschen ist Spanien, gefolgt von Italien, der Türkei und - an vierter Stelle - Österreich.

Jüngsten Umfragen zufolge dürfte die Reiselust der Deutschen heuer langsam wieder anspringen. Auch in die Gäste aus Osteuropa setzen die heimischen Tourismus-Werber große Hoffnungen. "Im Schnitt haben wir ein Wachstum bei Ankünften aus diesen Herkunftsländern von 9 Prozent - das ist eine Steigerungsrate, die wir nirgends anders haben", so Stolba.

Die Ausgangslage ist herausfordernd, wie die jüngsten Daten zeigen: Die Nächtigungszahlen gingen in der ersten Hälfte der Wintersaison (von November 2009 bis Ende Jänner 2010) um 2 Prozent zurück. Im letzten Kalenderjahr 2009 gab es ein Minus von 1,9 Prozent. Mitterlehner und Stolba streichen jedoch hervor, dass Österreich seinen Marktanteil innerhalb der EU-15 trotz Krise von 6,16 Prozent auf 6,72 Prozent ausbauen konnte.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2010-03-10 17:40:32
Letzte Änderung am 2010-03-10 17:41:00

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