• vom 25.01.2010, 16:42 Uhr

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Update: 25.01.2010, 16:43 Uhr

Firmen sollten Bewertungs-Plattformen aktiv nutzen, statt sie zu fürchten

Arbeitgebercheck: Firmen auf dem Online-Prüfstand




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Von Sophia Freynschlag

  • "Arbeitssuchende wollen nicht die Katze im Sack kaufen."
  • Firmenwebsite aus der Sicht von Bewerbern erstellen.
  • Wien. Das Gehalt für den neuen Arbeitsplatz passt, doch das Betriebsklima ist angespannt, das Essen in der Firmenkantine noch dazu ungenießbar. Klingt ein Job laut Stellenanzeige noch gut, so kann ein Blick auf Arbeitgeber-Bewertungsseiten wichtige Details verraten - denn im Internet erfahren Bewerber, was Mitarbeiter und Bewerber über eine Firma zu sagen haben.

Im Internet sehen Arbeitssuchende, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber benoten.Foto: reu

Im Internet sehen Arbeitssuchende, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber benoten.Foto: reu

Im Internet sehen Arbeitssuchende, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber benoten.Foto: reu

Im Internet sehen Arbeitssuchende, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber benoten.Foto: reu Im Internet sehen Arbeitssuchende, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber benoten.Foto: reu

"Bei der Wahl des neuen Arbeitgebers spielt das Gehalt eine untergeordnete Rolle. Wichtig für Bewerber ist, dass sie sich an ihrem neuen Arbeitsplatz wohlfühlen", sagt Gerhard Habitzl, geschäftsführender Gesellschafter des Personalmanagement-Dienstleisters Personalbasis.

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"Keine Hämeplattform"

"Jobsuchende wollen nicht die Katze im Sack kaufen", sagt Martin Poreda, der im Juni 2007 die Bewertungsplattform Kununu gegründet hat. Kununu ist die größte Bewertungsseite im deutschsprachigen Raum - derzeit können mehr als 40.800 Bewertungen zu rund 18.000 Firmen abgerufen werden. Daneben gibt es noch weitere Anbieter wie Kelzen, Arbeitgebercheck und Jobvote.

Bewertet werden können bei Kununu der Bewerbungsprozess, Benefits für Mitarbeiter und die Firma selbst - von der Arbeitsatmosphäre bis zu den Arbeitszeiten. Zusätzlich können Bewerter Verbesserungsvorschläge abgeben.

Kununu will keine Hämeplattform sein: "Mitarbeiter sollen bei uns nicht über ihren Arbeitgeber herziehen, sondern konstruktive Verbesserungsvorschläge machen", sagt Poreda. Zudem seien 64 Prozent der Bewertungen positiv. Um Missbrauch zu vermeiden, lesen die sieben Kununu-Mitarbeiter jede Bewertung, verdächtige Bewertungen werden ausgesiebt. Trotzdem kann sich die Seite nie ganz vor Missbrauch schützen.

"Aussagekräftig wird eine Bewertungsplattform erst mit vielen Einträgen", sagt Habitzl. Er rät Firmen, sich aktiv um ihr Image zu kümmern und Mitarbeiter aufzufordern, die Firma im Internet zu bewerten. Außerdem können Unternehmen etwa auf Kununu ein eigenes Profil mit Fotos und offenen Jobs erstellen.

Stiefkind Firmenwebsite

Genau prüfen sollten Unternehmen, ob ihre eigene Website für Bewerber attraktiv ist - denn die Seite ist eine Visitenkarte für den Betrieb. "Gerade Jobsuchende schauen sich vor einer Bewerbung die Internetseite des Arbeitgebers an", sagt Habitzl. Viele Websites würden sich aber nicht an Bewerber, sondern nur an Kunden richten.

"Vor allem kleine und mittlere Unternehmen behandeln ihren Internetauftritt stiefmütterlich", sagt Habitzl. Meist scheitere es an der Zeit, sich um den Internetauftritt zu kümmern.

Mit wenig Aufwand können Firmen aber schon viel erreichen: "Auf der Startseite sollte es gut wahrnehmbar eine Rubrik Jobs und Karriere geben, auf der Bewerber eine Kontaktadresse und freie Stellen finden", sagt Habitzl.

Zusätzlich sollte das Unternehmen über seine Werte informieren sowie darüber, was sich ein Mitarbeiter von der Firma erwarten kann - etwa Sozialleistungen. Persönlich wirken Fotos des Teams und der Räume. "Bewerbern ist wichtig, wie Kantine und Büros aussehen", sagt Habitzl.

Glaubwürdig wirkt ein Unternehmen nur dann, wenn es sich im Internet authentisch präsentiert. "Denn schon beim ersten Kontakt mit der Firma zeigt sich den Bewerbern, ob die Seite die Firma korrekt darstellt", meint Habitzl.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Arbeits- und Sozialrechtskartei (ASoK) des Lindeverlages.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2010-01-25 16:42:40
Letzte Änderung am 2010-01-25 16:43:00


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