Die Zahl der gravierenden Fälle liege derzeit unter zehn. Österreich verfüge über den weltweit besten und auch am besten geprüften Impfstoff.
Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass es bisher insgesamt 10.000 bis 20.000 Infektionen in Österreich gibt. Geimpft wurden bisher rund 100.000 Menschen, eine ähnliche Zahl erwartet er für kommende Woche. Impfstoff sei in ausreichender Menge vorhanden. "Wir haben für die gesamte Bevölkerung genügend Impfstoff", betonte er, das habe kein anderes Land. Er lege seine Hand dafür ins Feuer, dass dieser bestmöglich geprüft sei.
Bei den Vorbereitungen der Maßnahmen gegen die Pandemie sei Österreich Weltspitze, sagte der Gesundheitsminister. Dass Impfungen nicht generell durch praktische Ärzte oder Kinderärzte verabreicht werden, sondern durch amtliche Stellen, was in der ersten Woche teilweise zu stundenlangen Wartezeiten führte, begründete Stöger mit einer Vorsichtsmaßnahme: Da bei der Planung nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Grippewelle einen schweren Verlauf nimmt, wurde Vorsorge dafür getroffen, dass Ärzte ausreichende Kapazitäten zur Behandlung von Patienten hätten und nicht gleichzeitig impfen müssten.
Zu Kritik an der Tatsache, dass er selbst auf die Immunisierung gegen die neue Grippe verzichtete, erklärte Stöger, dass er keiner Risikogruppe - unter anderem chronisch Kranke - angehöre. "Jeder, der will, kann sich impfen lassen", betonte der Gesundheitsminister.
Kassenreform ein "Riesenerfolg"
Auch die Krankenkassenreform verteidigte der Minister, deren Umsetzung kommende Woche im Ministerrat auf dem Programm steht. Sie sei ein "Riesenerfolg" und ein "ganz gewaltiger Schritt", denn man habe die Ärzte einbinden können, sagte er. Von Ablösegerüchten zeigte er sich unbeeindruckt, er habe viel zustande gebracht.
Den Vorwurf, dass nur ein "Reförmchen" beschlossen werde, ließ Stöger nicht gelten: "Wir haben noch nie so viele Sanierungsschritte gesetzt wie jetzt." Die Ärztekammer sei erstmals bereit, Veränderungen mitzumachen und Verantwortung für die Kostenentwicklung zu übernehmen. Noch vor einem Jahr habe es zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen Auseinandersetzungen gegeben, und es sei nicht weitergegangen.
Ablehnend zeigte sich der Minister zu der im Vorjahr diskutierten "aut idem"-Regelung, wonach der Arzt nur mehr Wirkstoffe verschreiben und der Apotheker das günstigste Präparat aussuchen sollte. Das Medikament solle vom Arzt verschrieben werden, es handle sich um eine ärztliche Entscheidung.
"Pille danach" kommt
Stöger rechnet damit, dass demnächst ein Antrag zur Rezeptbefreiung der "Pille danach" vorliegen wird. Einen entsprechende Anmeldung eines Pharmaunternehmens erwarte er "in den nächsten Tagen", sagte er. Einmal mehr verteidigte er den erleichterten Zugang zu diesem Notfallmedikament. Erneut sprach sich Stöger auch gegen die Schaffung einer Abtreibungsstatistik aus.
Zu den Vorwürfen etwa der Ärztekammer, dass es sich um ein hochpotentes Medikament handle, verwies Stöger auf den Obersten Sanitätsrat. Dieser habe bestätigt, dass das Medikament rezeptfrei abgegeben werden könne und die Beratung durch den Apotheker ausreiche.
Zum Thema Abtreibungsstatistik sagte Stöger, dass die Motive der Frauen für einen solchen Schritt ohnehin bekannt seien. Wichtiger sei, wie Frauen mit Kindern leben könnten. "Wir haben weniger Kinder, weil die Bedingungen für Frauen, Familie und Beruf zu vereinen, schlechter sind als in anderen Ländern", sagte er zum Vorwurf von Abtreibungsgegnern, wonach jedes dritte Kind in Österreich angetrieben würde. Die Zahl selbst zog er in Zweifel.
Stöger "Gefahr für die Gesundheit"
Zu den Ritualen der Pressestunde gehört die Kritik danach: Die FPÖ attestierte Stöger allgemeine Überforderung, das BZÖ bezeichnete ihn gar als "größere Gefahr für die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher als die Schweinegrippe". Seitens der ÖVP vermisste der Wirtschaftsbund Zukunftskonzepte, wogegen die Grünen immerhin Lob für die rezeptfreie "Pille danach" übrig hatten. Uneingeschränkt zufrieden zeigte sich die SPÖ.