• vom 07.10.2009, 10:03 Uhr

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Update: 07.10.2009, 10:34 Uhr

Sicherheitsdienst entfernt Aktivisten vom Grundstück

Augartenspitz geräumt




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Von WZ Online

  • Sängerknaben-Präsident verteidigt Räumung .
  • Wien. Der Streit um die Bebauung des Augartenspitzes in Wien-Leopoldstadt hat sich in der Nacht wieder verschärft. Die Besetzung des Geländes durch Gegner des dort geplanten Konzertsaales für die Wiener Sängerknaben wurde beendet.

Das Protestlager am Wiener Augartenspitz wurde geräumt.

Das Protestlager am Wiener Augartenspitz wurde geräumt.© APA Das Protestlager am Wiener Augartenspitz wurde geräumt.© APA

Der Präsident der Wiener Sängerknaben, Walter Nettig, hat am Mittwoch die Räumung des Augartenspitzes durch private Sicherheitsorgane verteidigt. Diese hatten ab 4.00 Uhr in der Früh die Aktivisten gegen den geplanten Konzertsaal am Augartenspitz vom entsprechenden Baugrundstück enfernt. Seit Dienstag liege der gültige Baubescheid vor, mit dem die Arbeiten am Dr-Eugen-Jesser-Saal nun endlich beginnen könnten, so die Begründung.

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So habe die Bauoberbehörde die Berufung gegen den Bescheid abgewiesen, so Nettig in einer Aussendung. "Im Laufe der vergangenen Jahre wurden bereits einige Änderungen in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt vorgenommen und auch auf berechtigte Anliegen der Anrainer Rücksicht genommen", beschied der Sängerknaben-Präsident. Das Konzept, das nun umgesetzt werde, sei hervorragend und wichtig für die Sängerknaben sowie die gesamte Kulturstadt. Man verbaue mit 1.000 Quadratmetern schließlich nur zwei Promille des Augartens.

Nettig appelliert an Aktivisten

"Nachdem nun auch die Bauoberbehörde entschieden hat, hoffe ich, dass die kleine Gruppe der radikalen Besetzer sich endlich an die Regeln des Rechtsstaates hält und keine neuerlichen illegalen Aktionen initiiert", appellierte Nettig an die Aktivisten, die das Baugrundstück seit August besetzt hielten. Bei der jetzigen Räumung habe man "diverse Zelte und Güter" vom Mietgrundstück auf öffentlichen Grund transportieren müssen. "Unmittelbar danach wurde mit Aufräumungs- und Reinigungsarbeiten begonnen, da das Grundstück von den Besetzern in den vergangenen Wochen verwüstet und mit Müll übersät worden war", so Nettig.

Eine erste Besetzung des Augartenspitzes war bereits Anfang Juli von der Burghauptmannschaft als dem Besitzer des Grundstücks beendet worden. Die Aktivisten hatten das Gelände jedoch im August erneut besetzt, um Probebohrungen zu unterbinden, die der Bauvorbereitung dienten. Mitte September hatten die Sängerknaben Unterlassungs- und Räumungsklagen gegen die Besetzer eingebracht.

Die jetzige Räumung sei allerdings nicht auf sein Betreiben hin geschehen, unterstrich Burghauptmann Wolfgang Beer. Er sei zwar am Dienstag darüber informiert worden, dass die Bauoberbehörde der Berufung gegen den Baubescheid nicht stattgegeben habe und man innerhalb der kommenden 48 Stunden räumen wolle, Details habe er jedoch nicht erfahren: "Das ist nicht auf mich zurückgegangen." Grundsätzlich sei die Räumung aber selbstverständlich rechtens, unterstrich Beer in Richtung der Aktivisten: "Ich finde es etwas seltsam, anderen Menschen vorzuwerfen, sich nicht an die Gesetze zu halten und dann selbst gegen Gesetze zu verstoßen."

Der Konzertsaal der Sängerknaben soll im Endausbau rund 380 Besuchern Platz bieten. Auch Bereiche für Ausstellungen, einen Shop und ein Cafe sind geplant. Die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen. Die Baukosten werden mit 12 Mio. Euro beziffert und von der "POK Pühringer Privatstiftung" finanziert.(APA)



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2009-10-07 10:03:00
Letzte Änderung am 2009-10-07 10:34:00


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