• Artikel vom 12.06.2011, 23:48 Uhr

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Update: 12.06.2011, 23:57 Uhr
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McLaren-Pilot siegt nach turbulentem Rennen in Montreal

Button kauft Vettel den Schneid ab


Von WZ Online
  • Entscheidendes Überholmanöver in der letzten von 70 Runden
  • Montreal. Jenson Button hat nach einem wahren Husarenritt den nächsten Sieg von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in letzter Minute vereitelt. Der englische McLaren-Pilot gewann am Sonntag den extrem turbulenten Grand Prix von Kanada in Montreal, der nach einer zweistündigen Regen-Unterbrechung mehr als vier Stunden dauerte, trotz sechs Stopps und einer Durchfahrtsstrafe noch vor dem Deutschen, der vom Start weg bis kurz vor der Zielflagge geführt hatte.

Erst in der letzten der 70 Runden ging Button nach einem Fahrfehler des unter Druck stehenden Red-Bull-Piloten in Führung und jubelte am Ende über seinen 10. GP-Triumph. Dritter wurde der Australier Mark Webber im zweiten Red Bull. In der WM führt Vettel, der nun nach dem siebenten WM-Lauf bei fünf Siegen und zwei zweiten Plätzen hält, aber weiter komfortabel mit 60 Punkten Vorsprung auf Button. Webber ist mit 67 Zählern Rückstand weiter WM-Dritter.

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"Ich weiß nicht, was ich sagen soll, das war ein unglaublicher Sieg", betonte Button überglücklich. "Das waren heute extreme vier Stunden. Zuerst die Kollision mit (meinem Teamkollegen, Anm.) Lewis (Hamilton), dann die Durchfahrtsstrafe wegen Zu-Schnell-Fahrens hinter dem Safety-Car. Ich musste insgesamt acht- oder neunmal durch die Boxengasse fahren, einfach unfassbar, dass ich am Ende noch gewonnen habe."

Einmaliger Rennverlauf

Einmalig war aber nicht nur das Finish des 31-jährigen Weltmeisters von 2009, sondern auch der gesamte Rennverlauf. Aufgrund von Dauerregen musste der GP hinter dem Safety-Car, das an diesem Nachmittag im Dauereinsatz stand, gestartet werden. Als dieses nach der vierten Runde in die Streckengasse einbog, folgte sogleich die erste Kollision in dem überaus turbulenten GP: Der bisherige WM-Zweite Hamilton fuhr mit seinem McLaren auf Webber auf. Nach einer weiteren Kollision von Hamilton, der in Runde acht bei einem Überholversuch Button berührte, musste das Safety-Car erneut Runden ausrücken, da der Engländer mit einer gebrochenen Hinterachse auf der Strecke liegenblieb.

Vettel ließ sich in dieser Rennphase weder von solch wilden Szenen hinter ihm noch vom immer stärker werdenden Regen beirren und "schwamm" mit seinem Boliden stets sicher über den 4,361 km langen Circuit Gilles Villeneuve. In Runde 19 wurde die Intensität der Schauer so stark, dass das Safety-Car in der folgenden Runde zum dritten Mal auf die Strecke musste. "Zwischen Kurve neun und 13 ist es unfahrbar", betonte Vettel in seinem Funkspruch in Runde 22. "Es ist schon für das erste Auto gefährlich, aber die dahinter können gar nichts mehr sehen", ergänzte der Champion nur wenig später und klagte trotz Super-Regenreifen über permanentes Aquaplaning.

Abbruch nach 24 Runden

In Runde 25 kam schließlich auch die Rennleitung zur Einsicht, dass der WM-Lauf mehr mit "Swimming" als mit "Racing" zu tun hatte, und entschloss sich zum Abbruch. Da der Regen erst eineinhalb Stunden später aufhörte, dauerte es bis zum Re-Start hinter dem Safety-Car mehr als zwei Stunden. Wirklich freigegeben wurde das Rennen jedoch erst in Runde 35 - allerdings nur für drei Runden, dann musste das Safety-Car nach einer Kollision von Ferrari-Star Fernando Alonso mit Button erneut ausrücken. Während der Spanier ausschied, überstand der Engländer auch diesen Vorfall schadlos.

Es war aber nicht der letzte Einsatz für den "Neutralisations-Mercedes". Nach einem Unfall des Deutschen Nick Heidfeld (Lotus-Renault) in Runde 56 sorgte der Kanada-Grand-Prix 2011 mit insgesamt 30 Runden hinter dem Safety-Car für einen neuen Rekord in der F1-Geschichte (bisher 25 Runden 2007 in Fuji). Im Finish war dann Button - mittlerweile wie das gesamte Feld auf Trockenreifen unterwegs - auf halbnasser Strecke nicht mehr zu halten. Er ging zunächst an Webber, dann am zu diesem Zeitpunkt noch zweitplatzierten Rekordweltmeister Michael Schumacher, der am Ende Vierter wurde, vorbei und schnappte sich vor dem Ziel auch noch Vettel.

"Bei mir überwiegt natürlich die Enttäuschung. Ich hatte von Anfang bis zum letzten Teil der letzten Runde alles unter Kontrolle. Am Ende habe ich versucht zu pushen, um den Angriff von Jenson abzuwehren und einen Fehler gemacht. Da haben einen Moment meine Hinterräder blockiert, wodurch Jenson noch durchschlüpfen konnte", meinte Vettel zur entscheidenden Szene des Rennens.

(apa/red)



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-06-12 23:48:00
Letzte Änderung am 2011-06-12 23:57:00


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