• vom 25.04.2008, 09:41 Uhr

Archiv

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Syrischer Botschafter demeniert: Zerstörte Anlage war "leeres Militärgebäude"

USA: Nordkorea half Syrien bei Atomanlagen


Von WZOnline

  • Die US-Regierung hat Nordkorea offiziell vorgeworfen, Syrien beim Bau eines Atomreaktors geholfen zu haben. "Wir sind aufgrund verschiedener Informationen davon überzeugt, dass Nordkorea Syriens geheime Nuklearaktivitäten unterstützte", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington.

Die Anlage, die im vergangenen September vermutlich durch einen israelischen Luftangriff zerstört wurde, habe das Ziel der Plutoniumproduktion gehabt. Man habe "gute Gründe", davon auszugehen, dass der Reaktor "nicht zu friedlichen Zielen bestimmt war", meinte Perino in einer Erklärung. Es handle sich zum eine Angelegenheit von "großer internationaler Beunruhigung".

Werbung

Die Regierung habe Mitgliedern des Kongresses bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen Beweise für die nordkoreanische Hilfe vorgelegt. Perino bestätigte damit einen Bericht der "Washington Post". Nach Angaben der Zeitung handle es sich bei den Beweisen um ein im Sommer 2007 entstandenes Video, das die Atomeinrichtung von innen zeigt. Auf den Bildern seien Nordkoreaner zu sehen gewesen. Dem Bericht zufolge zeigt das Video auch, dass die Anlage weitgehend dem Atomreaktor im nordkoreanischen Yongbyon gleiche, in dem Plutonium für das nordkoreanische Nuklearprogramm produziert wurde.

Weiter hieß es in der Zeitung, die Aufzeichnungen hätten bei der israelischen Entscheidung zur Bombardierung der Einrichtung eine entscheidende Rolle gespielt. Israelische Flugzeuge hatten am 6. September vergangenen Jahres das Gelände bombardiert, allerdings nie offiziell bestätigt, dass eine Nuklearanlage im Militärkomplex Al-Kibar das Ziel war.

Dagegen bestritt der syrische Botschafter in Washington, Imad Moustapha, energisch, dass es sich bei der zerstörten Anlage um einen Nuklearreaktor gehandelt habe. Es sei vielmehr ein "leeres Militärgebäude" gewesen, sagte er in einem Interview des US-Fernsehsenders CNN.

"Wir sind seit langer Zeit ernsthaft besorgt über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm und seine Weitergabe", sagte Perino. "Nordkoreas geheime nukleare Zusammenarbeit mit Syrien ist ein gefährliches Zeichen dieser Aktivitäten." Syrien und Nordkorea seien einmal mehr aufgerufen, die Wahrheit über ihr Atompläne offenzulegen. Zugleich verstärke dies auch die Sorge über das iranische Atomprogramm, meinte Perino.

Perino betonte, Washington werde im Rahmen der Sechs-Länder-Gespräche (zwischen den USA, Russland, China, Japan sowie Nord- und Südkorea) alles tun, um das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu überwachen. Die USA und ihre Partner warten nach wie vor darauf, dass Pjöngjang vereinbarungsgemäß alle seine Nuklearprojekte offenlegt, darunter auch die Atomhilfe für andere Länder. (APA)



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2008-04-25 09:41:40
Letzte Änderung am 2008-04-25 09:41:00


Werbung



Beliebte Inhalte



Jon Bon Jovi stand glücklich im Regen. - APAweb/Herbert Pfarrhofer
  • Pollen konnten dem Sänger diesmal nichts anhaben.
  • weiter

Auch wenn Teilergebnisse gefeiert wurden, das Gesamtergebnis verursacht bei den meisten Fraktionen eher Katerstimmung. - APAweb / Herbert Neubauer
  • Mandatsgewinne vor allem für kleiner Gruppierungen
  • TU Graz schaffte Auszählung nicht
  • weiter

Und wieder ist Österreich beim Song Contest gescheitert: Natalia Kelly durfte nur beim Semifinale singen. - APAweb / AP, Janerik Henriksson Österreich hat beim Eurovision Song Contest 2013 in Malmö wieder einmal nicht das Finale erreicht. Auch Natalia Kelly konnte mit ihrem Song "Shine"...weiter

Europa im 21. Jahrhundert und immer noch ein Aufreger-Thema die Homosexualität. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Reding: Gewalt gegen Homosexuelle unvereinbar mit EU-Grundwerten.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Reinhard Göweil In Tirol liebäugelt die ÖVP-Führung mit einer Koalition mit den Grünen. In Salzburg geht sich das zwar rechnerisch nicht aus...weiter

  • Der Streit um religiöse Symbole ist ein Nebenschauplatz
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter





Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung