• vom 25.10.2007, 09:30 Uhr

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Update: 03.05.2015, 21:29 Uhr

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Deutschland: 30 Stunden Streik




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Von WZ Online / APA

  • Regionalzüge im ganzen Land lahmgelegt

Frankfurt. Vier Monate nach Beginn des Tarifkonflikts bei der Deutschen Bahn hat am Donnerstag der bisher längste Lokführerstreik begonnen. Der auf 30 Stunden angesetzte Ausstand im Nah- und Regionalverkehr begann um 02.00 Uhr bei der S-Bahn in Berlin und Hamburg und erfasste danach gesamt Deutschland, wie die Streikleitung der Gewerkschaft GDL mitteilte.

Der Streik soll erst am Freitag um 08.00 Uhr enden. Pendler und Bahnreisende müssen in Deutschland mit Verspätungen und Behinderungen im Nah- und S-Bahnverkehr rechnen.

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Die Gewerkschaft will erreichen, dass rund 80 Prozent der Regionalzüge nicht fahren. Die Bahn will mit einem Ersatzfahrplan gut die Hälfte des üblichen Nahverkehrs sicherstellen. Die stärksten Einschränkungen gebe es in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, teilte die Bahn am Donnerstag mit. Auch in Brandenburg fahren im Regionalverkehr nur wenige Züge. Der Takt der Berliner S-Bahn ist stark ausgedünnt. Im Stadtgebiet könne ein 10- bis 20-Minuten-Takt aufrechterhalten werden. Ebenfalls stark betroffen sei die S-Bahn München.

"Stimmung gut"

In Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gebe es "eine sehr hohe Streikbeteiligung", sagte Sven Grünwoldt von der zentralen Streikleitung der Gewerkschaft am Donnerstag in Frankfurt am Main. In ganz Norddeutschland sei es zu erheblichen Ausfällen gekommen. In der Früh werde der Streik auch in Nordrhein-Westfalen sowie in München und im Rhein-Main-Gebiet zu spüren sein.

"Die Stimmung bei den Kollegen ist sehr gut", sagte Grünwoldt. Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg gebe es "eine wesentlich höhere Streikbereitschaft". Darin sei es der Bahn untersagt worden, streikbereite Lokführer unter Androhung einer Abmahnung zu planmäßigen Einsätzen heranzuziehen. Grünwoldt sagte, der Ausstand habe im Unterschied zu früheren Streiks ohne Druck von Seiten des Arbeitgebers begonnen. "Wir bezweifeln, dass es der Bahn gelingen wird, in sämtlichen Regionen ihren Notfallplan umzusetzen."

Von den 20.000 Lokführern in Deutschland werden nach Angaben der GDL 12.100 im Nah- und Regionalverkehr eingesetzt. Von diesen seien 4.400 Beamte, so dass es mehr als 7.000 "streikfähige Lokführer" gebe, sagte Grünwoldt. Mehr als 80 Prozent seien bei der GDL organisiert. "Wir gehen davon aus, dass unsere Mitglieder sich alle an dem Streik beteiligen", sagte der Gewerkschafter.

Die Bahn will rund 200 Ersatzbusse einsetzen. Zudem sind zusätzliche Haltepunkte von ICE- und IC-Zügen geplant. Die Bahn will dies kurzfristig je nach Bedarf entscheiden. Die Ersatzfahrpläne für die einzelnen Bundesländer wurden im Internet unter www.bahn.de/aktuell veröffentlicht. In Österreich waren die ÖBB von den bisherigen Streiks kaum betroffen. Der Autofahrerclub ADAC erwartet mehr Staus, aber kein Chaos auf den Straßen.




Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2007-10-25 09:30:11
Letzte ─nderung am 2015-05-03 21:29:13


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