• vom 12.03.2012, 20:32 Uhr

Europa

Update: 12.03.2012, 21:59 Uhr

Heftige Debatte um Atom-Endlager in Deutschland




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  • Umweltminister besucht Lager Asse - Zehntausende bei Anti-Atom-Protesten.

Berlin/Paris. Am Montag waren es nur rund 80 Demonstranten, die den deutschen Umweltminister Norbert Röttgen bei seinem ersten Besuch im Atommülllager Asse empfingen. Tags zuvor waren es noch rund 24.000 gewesen, die sich zwischen Asse und dem Schacht Konrad, dem geplanten Endlager für schwach- bis mittelradioaktiven Abfall, zu einer Lichterkette versammelten. Insgesamt protestierten am Wochenende in Deutschland laut Veranstaltern rund 50.000 für eine Beschleunigung des "halbherzigen und viel zu langsamen Atomausstiegs."

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In Asse ist die Lage besonders brisant. Der als Zwischenlager gedachte Salzstock, in dem rund 126.000 Fässer mit radioaktivem Müll lagern, droht einzustürzen und voll Wasser zu laufen. Die geplante Bergung könnte bis zu 40 Jahren dauern. Wohin der Atommüll kommen soll, weiß niemand. Die Bundesregierung sucht bisher erfolglos ein Endlager. Minister Röttgen plant, ein neu zu schaffendes Institut mit der Standortfrage zu befassen. SPD und Grüne sind aber dagegen und drohen mit dem Ausstieg aus der gemeinsamen Endlager-Suche.

Auch in Frankreich wurde aus Anlass des ersten Jahrestages der Reaktor-Katastrophe von Fukushima protestiert. 60.000 Menschen bildeten zwischen Lyon und Avignon eine Menschenkette. Für Beobachter ist dies ein Hinweis darauf, dass der Rückhalt für die französische Energiepolitik, die ganz auf Kernkraft setzt, schwindet. In Japan selbst gingen rund 10.000 Atomkraftgegner auf die Straße - für japanische Verhältnisse waren das viele.

In Brüssel forderte unterdessen EU-Parlamentspräsident Martin Schulz alle AKW, die bei den Stresstests der EU-Kommission durchfallen, "sofort vom Netz zu nehmen". Die Testergebnisse sollen im Juni vorgelegt werden.



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Dokument erstellt am 2012-03-12 20:38:04
Letzte Änderung am 2012-03-12 21:59:02



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