Bratislava. (karo). Der slowakische Außenminister Miroslav Lajcak hat eine Kursänderung gegenüber dem Kosovo angedeutet. Bratislavas Position "hängt von den Entwicklungen im Kosovo wie der Entwicklung des Dialogs zwischen Pristina und Belgrad" ab, so der Politiker. "Insofern sich die Situation normalisiert", könne man "ein Überdenken unserer Position in Betracht ziehen". Die Slowakei gehört zu den fünf EU-Staaten, die eine diplomatische Anerkennung des Kosovo bisher strikt ablehnen. Ministerpräsident Robert Fico hatte noch kurz nach den Neuwahlen im März erklärt, es gebe "keinerlei Grund" für eine Kurskorrektur.
Die Beziehungen der mitteleuropäischen Staaten zum West-Balkan stehen im Mittelpunkt der 7. Globsec-Konferenz, die bis zum heutigen Samstag in Bratislava stattfindet. In den nächsten vier Jahren werde die Slowakei gemeinsam mit den anderen Visegradstaaten Polen, Tschechien und Ungarn eine gemeinsame Kampftruppe einrichten, "die EU und Nato dienen soll", kündigte Robert Fico zum Konferenzauftakt an. Der Premier sprach sich für den Nato-Beitritt mehrerer Länder des West-Balkans und der Östlichen Partnerschaft bis 2016 aus.
Igor Luksic, Premier von Montenegro, das noch heuer den Beitritt zum westlichen Verteidigungsbündnis anpeilt, geht davon aus, dass die Integration des West-Balkans in die Nato nur mit tatkräftiger Unterstützung der Visegradstaaten gelingt. Eine Einbeziehung der Region in das Verteidigungsbündnis als Ganzes biete neue Möglichkeiten zum Ausgleich zwischen Serbien und dem Kosovo. Der kroatische Präsident Ivo Josipovic rät zu einem sensiblen Vorgehen auf dem West-Balkan, "da die Beziehungen der Staaten noch durch die Kriege in den Neunzigern belastet sind".