• vom 11.05.2012, 11:03 Uhr

Europa

Update: 12.05.2012, 08:33 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (11)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Präsident Papoulias muss nun eine Lösung finden

Griechenland: Neuwahlen und Euro-Austritt wahrscheinlich



  • Barroso: Abkehr vom Reformkurs bedeutet Ausscheiden aus dem Euro.
  • Ratingagentur Fitch warnt.

Die Plakate der jüngsten Wahl hängen noch. Griechenlands Bevölkerung muss bald wieder wählen. - APAweb / Reuters

Die Plakate der jüngsten Wahl hängen noch. Griechenlands Bevölkerung muss bald wieder wählen. APAweb / Reuters

Die Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Griechenland steuert auf Neuwahlen zu. Der griechische Sozialistenchef Evangelos Venizelos hat am Freitagabend das Scheitern seiner Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung erklärt. Er werde Präsident Karolos Papoulias am Samstag darüber informieren, sagte der Vorsitzende der PASOK-Partei am Freitagabend in Athen.

Grund für das Scheitern ist eine Absage der radikallinken SYRIZA-Partei. Deren Parteichef Alexis Tsipras teilte mit, "das griechische Volk" sei angesichts des Ergebnisses der Parlamentswahl vom Sonntag gegen eine Regierungsbeteiligung seiner Partei.

Versuche der Nea Dimokratia und der SYRIZA gescheitert
Venizelos hatte sich seit Donnerstag um die Bildung einer Regierung bemüht, die sich zu den Sparzusagen an die internationalen Geldgeber Griechenlands bekennt. Zuvor waren bereits Versuche der konservativen Partei Nea Dimokratia und der SYRIZA gescheitert, die als Erst- und Zweitplatzierte bei der Parlamentswahl vom Sonntag das Vorrecht bei der Regierungsbildung hatten.

PASOK-Chef Evangelos Venizelos scheiterte mit der Herkules-Aufgabe,  eine Regierung mit breiter Mehrheit zu schmieden.

PASOK-Chef Evangelos Venizelos scheiterte mit der Herkules-Aufgabe, eine Regierung mit breiter Mehrheit zu schmieden.APAweb / EPA PASOK-Chef Evangelos Venizelos scheiterte mit der Herkules-Aufgabe, eine Regierung mit breiter Mehrheit zu schmieden.APAweb / EPA

Nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der linksdemokratischen Partei DIMAR, Fotis Kouvelis, hatte Venizelos am Donnerstagabend noch von einem "ersten Schritt" zur Bildung einer Koalition gesprochen. Am Freitag erklärte DIMAR jedoch, sie werde sich nur an einer Regierung beteiligen, in der auch die SYRIZA vertreten sei.

Präsident muss Lösung suchen
Am Wochenende könnte der griechische Präsident Papoulias nun ein Treffen aller Parteien einberufen, um eine Lösung zu suchen. Sollte keine Einigung gelingen, dann stünde dem hoch verschuldeten Land eine Neuwahl ins Haus, die Mitte Juni stattfinden dürfte.

Umfragen zufolge können die Gegner des Sparkurses mit einem Sieg rechnen, was wiederum das Ende der Euro-Mitgliedschaft des Landes bedeuten dürfte. Die Ratingagentur Fitch bezeichnete Neuwahlen als ein Szenario das "kritisch für Griechenland und die Euro-Zone" sei. Die Nachricht von der gescheiterten Regierungsbildung belastete die Gemeinschaftswährung: Der Euro fiel auf den tiefsten Stand zum Dollar seit Jänner.

"Der Moment der Wahrheit ist gekommen"
Venizelos gestand am Abend sein Scheitern ein: "Der Moment der Wahrheit ist gekommen." Am Samstag werde er Papoulias offiziell darüber in Kenntnis setzen. "Ich hoffe, dass alle beim Gespräch mit dem Präsidenten Reife und Verantwortungsbewussten demonstrieren." Zuvor hatte die radikale griechische Linke SYRIZA den Eintritt in die Regierung abgelehnt.




Schlagwörter

Schuldenkrise, Griechenland

3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-11 11:07:27
Letzte Änderung am 2012-05-12 08:33:46


Beliebte Inhalte



Auch SARS geht auf das Konto der Corona-Viren - APAweb / AP / Health Protection Agency
  • 41 Fälle weltweit, die Hälfte der Erkrankten starb.
  • weiter

Heinz-Christian Strache will Landesobfrau Barbara Rosenkranz per Unterschriftenliste absetzen. Fraglich ist, wie viele Mitstreiter sie noch mobilisieren kann. apa/Techt, Artinger
  • Unter niederösterreichischen FPÖ-Politikern kursiert Unterschriftenliste gegen Chefin; angeblich schon Mehrheit für Ablöse.
  • weiter

Auch wenn Teilergebnisse gefeiert wurden, das Gesamtergebnis verursacht bei den meisten Fraktionen eher Katerstimmung. - APAweb / Herbert Neubauer
  • Mandatsgewinne vor allem für kleiner Gruppierungen
  • TU Graz schaffte Auszählung nicht
  • weiter

Die Studentenvertreter mussten lange warten. An der Uni Linz und an der TU Graz wurde äußerst langsam gezählt. - apaWeb - Neubauer
  • Das letzte Viertel der 100 Sitze bestimmen Studenten der Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.
  • weiter

Rosenkranz - es kann nur eine(n) geben: Strache (r.) entschied sich für Walter (l.). - apa/Pfarrhofer
  • Obfrau der FPÖ-Niederösterreich gibt nach und wechselt in den Nationalrat - auf Barbara folgt Walter.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Bundesheersoldaten vor der Krypta am Wiener Heldenplatz am 8. Mai 2013. - Stanislav Jenis
  • Faymann und Spindelegger betonen bei Festakt Mitverantwortung Österreichs und würdigen Widerstand.
  • weiter

Gabi Burgstaller geht, Wilfried Haslauer kommt. - Montage: red
  • Haslauer fährt schlechtestes ÖVP-Ergebnis der Geschichte ein, aber immer noch besser als jenes der SPÖ.
  • Das vorläufige Endergebnis: V 29 S 23,8 G 20,2 F 17 TS 8,3.
  • weiter

Am "Internationalen Tag der Pflege" haben sich die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP für die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark ausgesprochen. - APAweb / Barbara Gindl
  • Frühere Angleichung des Frauenpensionsalters für Khol "keine aktuelle Frage"
  • weiter

Um eine "Versachlichung" der Debatte ums Bienensterben ist ÖVP-Chef Spindelegger bemüht. - APAweb / dpa / Karl-Josef Hildenbrand
  • Berlakovich: "Lösung der Vorwoche hat keine Akzeptanz gefunden"
  • weiter



Werbung



Umfrage

Werbung


Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung