• vom 26.05.2012, 20:44 Uhr

Europa

Update: 13.02.2013, 16:51 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



"Vatileaks" bringt Justiz des Papstes an Kapazitätsgrenzen

Schock im Vatikan nach Festnahme von Kammerdiener des Papstes



  • 46-Jähriger soll vertrauliche Dokumente weitergegeben haben.
  • Meist ist die Vatikan-Justiz nur mit Taschendieben befasst

Rom. Für Papst Benedikt XVI. hätte der Schock wohl nicht größer sein können. Ausgerechnet sein persönlicher Kammerdiener, Paolo Gabriele, der sich seit 2006 täglich in seiner Wohnung um all seine Bedürfnisse kümmerte, soll vertrauliche Informationen aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gebracht haben. "Schwer betroffen und schockiert" sei der Heilige Vater nach den neuesten Enthüllungen in der Affäre um die Weitergabe vertraulicher Vatikan-Dokumente an die Medien, verlautete aus Kreisen um Benedikt XVI. Am Samstag bestätigte der Vatikan, dass eine formelle Untersuchung gegen den 46-jährigen Kammerdiener aufgenommen worden sei.

Die Untersuchung wurde Vatikan-Richter Piero Antonio Bonnet anvertraut, wie der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi mitteilte. Der am Donnerstagabend verhaftete Gabriele, Vater von drei Kindern, bleibe in Haft. Er befindet sich in einer Zelle, in der üblicherweise Schweizergardisten bei Vergehen vernommen werden. Er habe zwei Rechtsanwälte mit seiner Verteidigung beauftragt. Da der Kammerdiener im Vatikan wohne, unterstehe er der vatikanischen Jurisdiktion, sagte Lombardi. Er bestätigte, dass in Gabrieles Wohnung vertrauliche Dokumente gefunden worden seien. Die Untersuchung werde länger dauern. Bisher hatte der Vatikan den Namen des Verdächtigen nicht bekanntgegeben.


"Anschlag auf die Sicherheit des Papstes"
Bis zu 30 Jahre Haft drohen dem Mann, dem laut italienischen Medien ein "Anschlag auf die Sicherheit des Papstes" vorgeworfen wird. Gabriele habe unter anderem persönliche Briefe an den Heiligen Vater weitergegeben, was die Sicherheit des Vatikanstaates gefährde. Seit Jahrhunderten war im Vatikan niemand verhaftet worden. "Der Skandal droht Benedikts Pontifikat stark zu belasten", kommentierte die römische Zeitung "La Repubblica".

In einigen Unterlagen, die Gabriele an die Medien weitergegeben haben soll, geht es angeblich um Vorwürfe der Korruption, des Missmanagements, der Günstlingswirtschaft und um Kritik an der Führung der Vatikan-Bank IOR ("Istituto per le Opere di Religione"), deren Präsident Ettore Gotti Tedeschi am Donnerstag entlassen wurde. Gabriele habe außerdem Briefe des Papstes an seinen Sekretär Monsignore Georg Gänswein sowie Dokumente zum Fall um die 1983 entführte Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi an die Öffentlichkeit gelangen lassen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-26 20:45:59
Letzte Änderung am 2013-02-13 16:51:55


Beliebte Inhalte



  • Verhandlungen mit Investoren ziehen sich; Hoffnung auf ausländische Banken.
  • weiter

Die Moschee in Telfs ist in Österreich eines der wenigen islamischen Gebetshäuser mit Minarett. Die meisten Moscheen oder Kulturvereine sind nicht so sichtbar. - apa/Gindl
  • Chef der Islam-Glaubensgemeinschaft fordert Rücktritt von Efgani Dönmez.
  • weiter

ASo verheerend die Auswirkungen der Mure auf den historischen Ortskern Hallstatts derzeit auch sein mögen - unmittelbare Auswirkungen auf den Status als UNESCO-Weltkulturerbe scheint sie nicht zu haben. - APA/NEUMAYR/MMV
  • UNESCO wird etwaige Zerstörungen "langfristig beobachten"
  • weiter

Aus dem Iran und Afghanistan nach Oberösterreich: Hesam (l.) und Mahmud wollen in Österreich bleiben, vorerst sind sie zum Nichtstun verdammt. Schmidt
  • 20.000 Asylweber sind in Österreich in Grundversorgung - die "Wiener Zeitung" hat drei von ihnen besucht.
  • weiter

Der grüne Bundesrat Efgani Dönmez bekundet sein Bedauern und nimmt via Aussendung alles zurück. - APAweb
  • "Das verwendete Bild war eine unglückliche, überspitzt getätigte Formulierung und eine Grenzverletzung."
  • weiter

Aufschrei: E. Dönmez - apa
  • Bundesrat Dönmez: "One-Way-Ticket" für alle Pro-Erdogan-Demonstranten.
  • weiter

WEGA-Beamte erschossen in Wien einen Mann. - APAweb / APA, Georg Hochmuth
  • 52-Jähriger war mit Messer auf Beamten losgegangen
  • weiter

Österreich hat mit dem Abzug seiner UN-Soldaten von den Golan-Höhen begonnen, am heutigen Mittwoch kehren die ersten Blauhelme zurück. - reuters
  • Der Golan als Beispiel, dass UN-Missionen künftig härter werden.
  • weiter

Wo bleibt der Nachwuchs? Der ÖGB hat Mühe, mit der Jugend in Kontakt zu treten. - apa/Newald
  • Nur jeder Dritte ist bei der Gewerkschaft.
  • weiter

Darf’s ein bisserl mehr sein? Gebühren für Abwasser, Müllabfuhr, Parken als Wahlkampfthema wien.gv.at/Houdek, wien.gv.at/feel image, apa
  • ÖVP will "Gebührenlawine" stoppen; die SPÖ wirft ihr Einseitigkeit vor.
  • weiter




Werbung



Umfrage

Werbung


Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung