Rom. (red) Italiens Ministerpräsident Mario Monti rechnet mit dem Schlimmsten: Er hat alle Minister in Alarmbereitschaft versetzt. Sie sollten über das Wochenende in Rom bleiben und erreichbar sein, falls der EU-Gipfel scheitert. Denn für diesen Fall erwartet Monti, dass die Finanzmärkte die schwächsten Euroländer unter Beschuss nehmen.
"Es gibt in Spanien Institute, die sich nicht mehr finanzieren können", warnt Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy vor dem Gipfel. Bei dem Treffen der europäischen Volkspartei-Vertreter in Brüssel, kurz vor der Zusammenkunft aller Staats- und Regierungschefs, erklärte Rajoy, dass Spanien grundsätzlich auf eine stärkere Europäische Union setze: Für eine größere Bankenunion, eine stärkere Fiskal- und Wirtschaftsunion und für mehr Integration der Märkte. Doch er machte klar, dass das für Spanien nicht das vorherrschende Thema ist: "Das alles nützt gar nichts, wenn wir uns nicht finanzieren können."
"Zerfall wahrscheinlicher"
Der Präsident der spanischen Bankenvereinigung, Miguel Martín, geht noch weiter: Er glaube, dass der Zerfall der Eurozone nicht nur "möglich, sondern auch immer wahrscheinlicher" werde. Die Krise verschlimmere sich und die europäischen Autoritäten hätten noch immer keine adäquaten Antworten parat. "In Europa sagen sie uns nur, dass wir uns freuen sollen, weil die Rezession in Spanien, laut ihnen, noch sehr leicht ausfällt" - aber die Wahrheit sei, dass noch immer Leitlinien fehlen, wie man die Probleme hinter sich lassen solle.
In Griechenland werde "Anfang nächster Woche" das IWF-Team rund um Poul Thompson eintreffen, um die wirtschaftliche Lage neu zu beurteilen, sagte IWF-Sprecher Gerry Rice. Erst danach könnten Verhandler nach Athen geschickt werden, um gemeinsam mit den anderen Troika-Mitgliedern (von EZB und EU) mit der neuen Regierung über die Konditionen des Spar- und Reformkurses - und mögliche Änderungen - zu verhandeln.