London. (da) "Warum an der London Met studieren? Weil sie Qualität, Karriere und Vielfalt verspricht." So wirbt die London Metropolitan University um zahlungskräftige Studierende - auch wenn Theorie und Praxis auseinanderklaffen. Auf dem drittletzten von 120 Plätzen liegt die London Met laut einem Ranking. Nun kommt es noch schlimmer für die Hochschule: Die britische Grenzschutzbehörde hat ihr die Erlaubnis entzogen, ausländischen Studenten aus Staaten außerhalb der Europäischen Union Visa bereitzustellen. Rund 2000 derzeit an der London Met Zugelassene sind davon betroffen; sie müssen binnen 60 Tagen einen anderen Studienplatz finden - oder Großbritannien verlassen.
Grund für den bis dato einmaligen Schritt bei staatlichen britischen Bildungseinrichtungen ist die Eindämmung illegaler Einwanderung. Viele ausländische Studierende kämen nicht zur Weiterbildung, sondern lediglich, um zu arbeiten, so der Verdacht der Grenzbehörden. Bei stichprobenartigen Kontrollen an der London Met stellte sich heraus, dass ein Viertel der Überprüften kein gültiges Visum besaß. Mehr als der Hälfte der Personen konnte nicht nachweisen, dass die belegten Kurse tatsächlich besucht wurden, so die "NZZ".
10.000 Pfund Studiengebühr
"Wir teilen den Markt in zwei Kategorien: wahre Studenten und jene, die ausschließlich arbeiten wollen", bestätigt Puneet Soin dem "Guardian". Er betreibt in Indien eine Firma, die dortigen Interessenten einen Studienplatz in Großbritannien vermittelt. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals schloss die London Metropolitan University ihre Rekrutierungsbüros in Delhi und Chennai. Ihr entgehen somit lukrative Einnahmen; denn Studenten aus Staaten außerhalb der EU zahlen rund 10.000 Pfund pro Jahr an Studiengebühren und tragen damit bis zu 20 Prozent aller Einnahmen der Universität bei. Neben der London Met sind die tatsächlichen Studierenden, denen nun die Abschiebung droht, zweiter Verlierer der Situation.