• vom 11.09.2012, 19:19 Uhr

Europa

  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (8)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Wende in EU-Biosprit-Strategie



  • In Österreich wettet niemand mehr auf die Einführung von E10 am 1. Oktober.

Brüssel/Wien. (reu/hdt) In einer Kehrtwende will sich die Europäische Union von Biokraftstoffen aus Getreide verabschieden und kommt damit den Forderungen zahlreicher Umweltverbände nach. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen die Subventionen für Sprit aus Raps, Mais oder anderen Rohstoffen der Nahrungsmittelproduktion bis zum Ende des Jahrzehnts ganz gestrichen werden. Ihr Anteil an den wegen ihrer klimaschonenden Wirkung geförderten Biotreibstoffen soll damit auf fünf Prozent begrenzt werden, heißt es in dem Entwurf der EU-Kommission, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag - und der noch von den Mitgliedstaaten und vom EU-Parlament beraten werden muss.

Werbung

"Die Kommission ist der Ansicht, dass in der Zeit nach 2020 Biotreibstoffe nur gefördert werden sollen, wenn sie zu einer deutlichen Senkung der Treibhausgase beitragen und nicht aus Getreide hergestellt werden, die für Nahrungs- oder Futtermittel genutzt werden", heißt es in dem Entwurf, dem mehr als zweijährige Beratungen vorangingen.

Mehreren von der EU darin zitierten Studien zufolge ist Biosprit aus Getreide lange nicht so klimafreundlich wie gedacht. Zudem fällt die Ernte in diesem Jahr nach Dürren in wichtigen Anbauregionen schwach aus. Die Preise für Getreide sind drastisch gestiegen und haben Sorgen ausgelöst, der subventionierte Anbau von Sprit-Rohstoffen schüre einen Engpass bei Lebensmitteln.

Auch Österreichs E10-Gegner fühlen sich durch den Schwenk der EU-Kommission gestärkt. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) glaubt nicht, dass der Treibstoff E10 (Benzin mit zehnprozentiger Ethanolbeimischung) wie von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich geplant Anfang Oktober in Österreich eingeführt wird. "Ich würde nichts verwetten auf den 1. Oktober", sagte Stöger im Ö1-Mittagsjournal.

Berlakovich ist für die E10-Einführung federführend verantwortlich, braucht aber die Zustimmung von Verkehrs-, Wirtschafts- und Gesundheitsministerium. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zeigte sich zurückhaltend, Finanzministerin Maria Fekter hatte zuvor schon eine Steuerbegünstigung abgelehnt.

Als "Sieg der Vernunft" sieht man das Abrücken von der 10-prozentigen Beimischungsquote auf EU-Ebene bei SPÖ und Grünen: Berlakovich sollte sich lieber für eine verbindliche Reduktion des Treibstoffverbrauchs von Neuwagen einsetzen, hieß es.



1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-11 19:26:06


Beliebte Inhalte



Die Moschee in Telfs ist in Österreich eines der wenigen islamischen Gebetshäuser mit Minarett. Die meisten Moscheen oder Kulturvereine sind nicht so sichtbar. - apa/Gindl
  • Chef der Islam-Glaubensgemeinschaft fordert Rücktritt von Efgani Dönmez.
  • weiter

  • Verhandlungen mit Investoren ziehen sich; Hoffnung auf ausländische Banken.
  • weiter

ASo verheerend die Auswirkungen der Mure auf den historischen Ortskern Hallstatts derzeit auch sein mögen - unmittelbare Auswirkungen auf den Status als UNESCO-Weltkulturerbe scheint sie nicht zu haben. - APA/NEUMAYR/MMV
  • UNESCO wird etwaige Zerstörungen "langfristig beobachten"
  • weiter

Aus dem Iran und Afghanistan nach Oberösterreich: Hesam (l.) und Mahmud wollen in Österreich bleiben, vorerst sind sie zum Nichtstun verdammt. Schmidt
  • 20.000 Asylweber sind in Österreich in Grundversorgung - die "Wiener Zeitung" hat drei von ihnen besucht.
  • weiter

Der grüne Bundesrat Efgani Dönmez bekundet sein Bedauern und nimmt via Aussendung alles zurück. - APAweb
  • "Das verwendete Bild war eine unglückliche, überspitzt getätigte Formulierung und eine Grenzverletzung."
  • weiter

Aufschrei: E. Dönmez - apa
  • Bundesrat Dönmez: "One-Way-Ticket" für alle Pro-Erdogan-Demonstranten.
  • weiter

WEGA-Beamte erschossen in Wien einen Mann. - APAweb / APA, Georg Hochmuth
  • 52-Jähriger war mit Messer auf Beamten losgegangen
  • weiter

Österreich hat mit dem Abzug seiner UN-Soldaten von den Golan-Höhen begonnen, am heutigen Mittwoch kehren die ersten Blauhelme zurück. - reuters
  • Der Golan als Beispiel, dass UN-Missionen künftig härter werden.
  • weiter

Erfahrung sammeln: Das sollen künftige Allgemeinmediziner in Ordinationen. Aber die Ärztekammer kritisiert, dass sechs Monate Praxis zu kurz sind. - fotolia
  • Ärztekammer übt heftige Kritik: Lehrpraxen müssen bezahlt werden.
  • weiter

Wo bleibt der Nachwuchs? Der ÖGB hat Mühe, mit der Jugend in Kontakt zu treten. - apa/Newald
  • Nur jeder Dritte ist bei der Gewerkschaft.
  • weiter




Werbung



Umfrage

Werbung


Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung