• vom 12.09.2012, 19:46 Uhr

Europa

Update: 12.09.2012, 22:41 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Parti Socialiste nennt neuen Chef



  • Harlem Desir soll künftig Frankreichs Sozialisten anführen.

Paris. Die Marschrute bei Frankreichs Sozialisten stand bereits mit der Nominierung der Kandidaten für die Parteispitze fest: Es geht weiter nach links. Zur Wahl standen der ehemalige Präsident der Anti-Rassismus-Organisation "SOS Racisme", Harlem Desir, und der ehemalige Trotzkist und Pariser Abgeordnete Christophe Cambadelis. Die noch amtierende Obfrau, Martine Aubry, entschied sich für Desir.

Werbung

Grundsätzlich wird der EU-Abgeordnete zwar weder dem linken noch dem rechten Flügel der Partei zugerechnet, doch ist er bei der Parteilinken offenbar ausreichend vernetzt, um ihm zuzutrauen, diese trotz der kommenden Politik bei der Stange zu halten. Immerhin stehen für den sozialistischen Präsidenten François Hollande und seine Regierung Einsparungen und Steuererhöhungen an. Kurz vor seiner Nominierung hatte Desir erklärt: "Wir brauchen eine sozialistische Partei, die vollkommen mobilisiert ist und vereint hinter dem Präsidenten und der Regierung steht."

Aubry und Premierminister Jean-Marc Ayrault schlugen den 52-Jährigen am Mittwoch für den Parteivorsitz vor. Desirs Wahl durch die 175.000 Parteimitglieder im Oktober gilt somit als Formsache. Aubry und Ayrault hatten sich noch am Dienstagabend getroffen, um über die künftige Parteispitze zu beraten; nach Angaben eines Teilnehmers dauerten die Gespräche bis tief in die Nacht. Bei der Vergabe der Posten mussten die Interessen der verschiedenen Lager innerhalb der Partei berücksichtigt werden.

Formell wurde Desir als erster Unterzeichner des von Ayrault und Aubry ausgearbeiteten Leitantrags für den Parteitag der Sozialisten in Toulouse bestimmt. Die Parteimitglieder werden zunächst am 11. Oktober über alle eingereichten Anträge und dann am 18. Oktober über den vorgeschlagenen Kandidaten für das Amt des Parteichefs abstimmen, wobei eine Zustimmung für Desir als sicher gilt. Die Amtsübergabe wird dann auf dem Parteitag vollzogen, der am 26. Oktober beginnt.

Der unterlegene Cambadelis erklärte zwar, er sei "enttäuscht", rief aber zugleich die Sozialisten auf, sich hinter Desir zu stellen. Dies lässt die Sozialisten immerhin hoffen, nicht erneut eine Krise wie 2008 zu erleben. Damals führte der erbittert ausgetragene Kampf um die Parteispitze beinahe zur Spaltung der Partei. Am Ende setzte sich Aubry gegen die gescheiterte Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal durch.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-12 19:54:04
Letzte Änderung am 2012-09-12 22:41:02


Beliebte Inhalte



  • Verhandlungen mit Investoren ziehen sich; Hoffnung auf ausländische Banken.
  • weiter

Die Moschee in Telfs ist in Österreich eines der wenigen islamischen Gebetshäuser mit Minarett. Die meisten Moscheen oder Kulturvereine sind nicht so sichtbar. - apa/Gindl
  • Chef der Islam-Glaubensgemeinschaft fordert Rücktritt von Efgani Dönmez.
  • weiter

Aus dem Iran und Afghanistan nach Oberösterreich: Hesam (l.) und Mahmud wollen in Österreich bleiben, vorerst sind sie zum Nichtstun verdammt. Schmidt
  • 20.000 Asylweber sind in Österreich in Grundversorgung - die "Wiener Zeitung" hat drei von ihnen besucht.
  • weiter

Aufschrei: E. Dönmez - apa
  • Bundesrat Dönmez: "One-Way-Ticket" für alle Pro-Erdogan-Demonstranten.
  • weiter

Der grüne Bundesrat Efgani Dönmez bekundet sein Bedauern und nimmt via Aussendung alles zurück. - APAweb
  • "Das verwendete Bild war eine unglückliche, überspitzt getätigte Formulierung und eine Grenzverletzung."
  • weiter

Aufschrei: E. Dönmez - apa
  • Bundesrat Dönmez: "One-Way-Ticket" für alle Pro-Erdogan-Demonstranten.
  • weiter

Wo bleibt der Nachwuchs? Der ÖGB hat Mühe, mit der Jugend in Kontakt zu treten. - apa/Newald
  • Nur jeder Dritte ist bei der Gewerkschaft.
  • weiter

WEGA-Beamte erschossen in Wien einen Mann. - APAweb / APA, Georg Hochmuth
  • 52-Jähriger war mit Messer auf Beamten losgegangen
  • weiter

Österreich hat mit dem Abzug seiner UN-Soldaten von den Golan-Höhen begonnen, am heutigen Mittwoch kehren die ersten Blauhelme zurück. - reuters
  • Der Golan als Beispiel, dass UN-Missionen künftig härter werden.
  • weiter

Darf’s ein bisserl mehr sein? Gebühren für Abwasser, Müllabfuhr, Parken als Wahlkampfthema wien.gv.at/Houdek, wien.gv.at/feel image, apa
  • ÖVP will "Gebührenlawine" stoppen; die SPÖ wirft ihr Einseitigkeit vor.
  • weiter




Werbung



Umfrage

Werbung


Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung