
Amsterdam. Mit EU-Austrittsgelüsten ist in den Niederlanden kein Staat zu machen: Die Anti-EU-Fraktion hat in den Niederlanden eine unerwartet klare Niederlage hinnehmen müssen. Eindeutiger Sieger ist die rechtsliberale Regierungspartei VVD, die laut vorläufigem Endergebnis 41 der 150 Sitze in der Zweiten Kammer des Parlaments gewann. Es ist das beste Ergebnis in der Geschichte der Partei.
Zweiter Sieger sind die Sozialdemokraten mit Spitzenkandidat Diederik Samsom. Sie gewannen neun Sitze dazu und kamen auf 39 Mandate. Eine Koalition der beiden Parteien scheint nun unausweichlich.
Überraschend hohe Verluste von neun Sitzen verbuchte der Rechtspopulist Geert Wilders, der im Wahlkampf den Austritt der Niederlande aus der Europäischen Union und dem Euro gefordert hatte. Seine Partei für die Freiheit sackte von 24 auf 15 Sitze ab. Wilders sprach von "einem enormen Verlust".
Die ebenfalls Europa-kritische Sozialistische Partei blieb stabil mit 15 Mandaten. Eine historische Niederlage erlitten die Christdemokraten, bisher Partner in der Minderheitskoalition. Sie erhielten nun 13 Mandate, acht weniger als bei den Wahlen 2010. Die linksliberale Partei D66 gewann zwei Sitze hinzu und kam auf 12. Die übrigen fünf Parteien folgten mit großem Abstand. Die Grünen verloren sieben ihrer bisher zehn Mandate.