• vom 22.09.2012, 15:56 Uhr

Europachronik

Update: 22.09.2012, 16:03 Uhr
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Straßenschlachten im niederländischen Haren

Facebook-Party mutierte zur Nacht der Gewalt



  • Polizei war von Aggression überrascht.

Ein verletzter Jugendlicher wird von der Polizei abgeführt.

Ein verletzter Jugendlicher wird von der Polizei abgeführt.APAweb / EPA, Catrinus van der Veen Ein verletzter Jugendlicher wird von der Polizei abgeführt.APAweb / EPA, Catrinus van der Veen

Amsterdam. Eine Facebook-Party im niederländischen Haren ist in Krawallen und Chaos ausgeartet. Hunderte Randalierer lieferten sich in der Nacht auf Samstag Straßenschlachten mit der Polizei, verwüsteten Straßen, plünderten Geschäfte und steckten Autos und Schuppen in Brand. "Es war eine schreckliche Nacht", sagte Bürgermeister Rob Bats am Samstag.

Ein Mädchen hatte auf Facebook zu seinem 16. Geburtstag eingeladen, aber vergessen, dies als private Party zu markieren. Daraufhin war über Twitter und Facebook zu einem "Projekt-X-Fest" aufgerufen worden. Mehrere tausend Jugendliche waren der Einladung gefolgt. Die zunächst friedliche Stimmung schlug "plötzlich in Aggression um", sagte der regionale Polizeichef, Oscar Dros. "Sie griffen die Polizei mit Pflastersteinen, Feuerwerk und Flaschen an." Nach ersten Analysen waren die Krawalle geplant. "Erfahrene Rädelsführer aus dem ganzen Land gingen mit ungeheurer Gewalt und Aggression vor", sagte Dros.

Stadt bereitete sich vor

Die Stadt bei Groningen sei nach ersten Hinweisen auf die Massenparty vorbereitet gewesen. Die Polizei hatte sich nach eigenen Angaben von deutschen Kollegen beraten lassen, die bereits Erfahrungen mit ähnlichen Festen hatte. "Wir waren auf das Schlimmste vorbereitet", sagte der Polizeichef. 500 Beamte waren im Einsatz. "Doch so viel Aggression haben wir noch nie erlebt." 35 Personen wurden festgenommen. Etwa 30 Jugendliche wurden verletzt. Frühere Meldungen von zwei Schwerverletzten wurden vorerst nicht bestätigt.

Die Bürger von Haren begannen am Morgen mit dem Aufräumen, viele standen unter Schock. "Das war entsetzlich, wir hatten ungeheure Angst", sagte eine Frau. Die Straßen waren übersät mit Steinen und Glas. Die Inhaberin eines Eissalons blickte fassungslos auf die zertrümmerten Schaufenster. "Überall liegt Glas, wir können alles wegschmeißen." Vor einem geplünderten Supermarkt lagen aufgerissene Packungen mit Waschmittel.




Schlagwörter

Gewalt, Facebook

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-22 16:00:28
Letzte Änderung am 2012-09-22 16:03:22


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