Wien. (ve) Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner lud Mittwoch zu einer hochrangig besetzten Südkaukasus- und Zentralasien-Tagung in Wien. Eine verstärkte Kooperation mit den fünf zentralasiatischen Länder Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan, Turkmenistan und Kasachstan sowie dem Südkaukasus mit Georgien, Aserbaidschan und Armenien soll künftig zum Wirtschaftswachstum Österreichs beitragen.
"Mittlerweile sind wir im Bereich der früheren Seidenstraße angelangt", so Mitterlehner. Nachdem der Expansionsfokus bisher auf Osteuropa lag, will man nun die überdurchschnittliche wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder nutzen. Immerhin lag das Wirtschaftswachstum dort 2011 bei 6,6 Prozent, für 2012 erwartet man 5,5 Prozent - deutlich höher als das BIP-Wachstum Österreichs und Europas.
Auf europäischer Ebene arbeitet man an multilateralen Abkommen. Rahmenverträge wurden mit Kasachstan, Tadschikistan, Armenien und Georgien bereits abgeschlossen, Verhandlungen mit den anderen Ländern laufen.
Ungeachtet der politischen Instabilität und der teils prekären Menschenrechtssituation entwickle sich die Region zu einem "Hotspot der wirtschaftlichen Interessen", so Wifo-Chef Karl Aiginger, der eine Potenzialstudie der Region vorstellte. Delegationen aus der EU und China geben einander die Türklinke in die Hand - und nicht zuletzt hat auch Russland weiterhin starkes Interesse an der Region.