• vom 15.02.2013, 08:37 Uhr

Europachronik

Update: 15.02.2013, 18:45 Uhr

Meteorit

Meteoriteneinschlag in Russland: Tausend Verletzte




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  • Sechs Städte am Uralgebirge betroffen
  • Zahlreiche Häuser getroffen.
  • Zerstörte Dächer, zersplitterte Scheiben.

Der Schweif eines Meteoritenteils über einem Apartmentblock in Tscheljabinsk. - © APAweb/Reuters/OOO Spetszakaz

Der Schweif eines Meteoritenteils über einem Apartmentblock in Tscheljabinsk. © APAweb/Reuters/OOO Spetszakaz

Moskau. Ein Meteoriten-Absturz am Uralgebirge in Russland hat nach Behördenangaben an die 1000 Verletzte in der Region um Tscheljabinsk gefordert, davon mindestens 200 Kinder. Die meisten Verletzten seien von Scherben zersplitterter Scheiben getroffen worden, teilte das Innenministerium der Agentur Interfax zufolge mit. Die Behörden sprachen abweichend von einem Meteoriten-Absturz oder Meteoriten-Schauer. Der Einschlag war demnach um 7.30 Moskauer Zeit, 4.30 Uhr MEZ.

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Nach Experteneinschätzung raste der Meteorit mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Nach Eintritt in die Atmosphäre dürfte das kosmische Geschoß mit einer gewaltigen Druckwelle explodiert sein.

Insgesamt seien in mindestens sechs Städten in der Region am Ural rund 1.500 Kilometer östlich von Moskau Schäden an Gebäuden festgestellt worden, hieß es. Die gewaltige Druckwelle habe zahlreiche Dächer zerstört und Fensterscheiben zertrümmert. Atomanlagen der Gegend seien nicht betroffen.

Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Gesteinsbrocken fielen wie Feuerbälle auf die Erde. Der Meteorit zischte über den Horizont und hinterließ eine lange weiße Rauchwolke, die sogar im 200 Kilometer entfernten Jekaterinburg zu sehen war. Das Katastrophenschutzministerium sprach von einem "Meteoritenregen in Form von Feuerbällen".

Auch diese Sporthalle in Tscheljabinsk wurde von Meteoritenteilen getroffen.

Auch diese Sporthalle in Tscheljabinsk wurde von Meteoritenteilen getroffen.© APAweb/Reuters/OOO Spetszakaz Auch diese Sporthalle in Tscheljabinsk wurde von Meteoritenteilen getroffen.© APAweb/Reuters/OOO Spetszakaz

"Es gab einen Blitz, ich sah ein Rauchfahne am Himmel und spürte die Druckwelle, die Fensterscheiben eindrückte", sagte Augenzeuge Andrej. Alarmanlagen von Autos gingen los, und Mobiltelefone funktionierten nicht mehr richtig. "Ich war auf dem Weg zur Arbeit, und es war noch dunkel", sagte der 36-jährige Viktor Prokofjew aus Jekaterinburg. "Aber plötzlich war es taghell, und ich fühlte mich wie von Scheinwerfern geblendet."

Meteorit stürzte in See
Der Meteorit selbst sei in den See Tschebarkul rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk gefallen, teilte die Gebietsverwaltung mit. Sieben Flugzeuge und 20.000 Angehörige des Zivilschutzes in Tscheljabinsk seien in der Region im Einsatz, um zu helfen. Wegen des Ausmaßes der Schäden sollten Betriebe und Einrichtungen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit zum Helfen nach Hause schicken, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung.

Der russische Astronom Sergej Smirnow meinte, dass der Meteorit vor dem teilweisen Verglühen vermutlich mehrere Tonnen schwer gewesen sei. Einzelne Splitter hätten demnach jeweils bis zu einem Kilogramm wiegen können. "Der Meteorit ist in den unteren Schichten der Atmosphäre fast vollständig verglüht. Allerdings war die Druckwelle massiv", sagte Jelena Smirnych vom Zivilschutzministerium in Tscheljabinsk. (apa/Reuters/red)


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Dokument erstellt am 2013-02-15 08:35:13
Letzte Änderung am 2013-02-15 18:45:13



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