• vom 22.05.2013, 22:03 Uhr

Europachronik

Update: 23.05.2013, 07:24 Uhr

Großbritannien

Fanatiker ermorden Soldaten mit Macheten




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  • Archaischer Mord mitten in London
  • Mutige Frau verwickelte Täter in ein Gespräch.

Woolwich liegt nicht weit vom Zentrum Londons entfernt.

Woolwich liegt nicht weit vom Zentrum Londons entfernt.© Bild: Google Maps Woolwich liegt nicht weit vom Zentrum Londons entfernt.© Bild: Google Maps

Zwei vermutlich politisch motivierte Angreifer haben am Mittwoch in London einen britischen Soldaten mit Macheten und Messern umgebracht. Die Täter, die Medienberichten zufolge den muslimischen Ruf "Gott ist groß" ertönen ließen, zerstückelten ihr Opfer am helllichten Tage. Sie wurden von der Polizei gestellt und niedergeschossen. Premierminister David Cameron kehrte noch in der Nacht auf Donnerstag von seinem Frankreich-Besuch nach London zurück.

Die Täter befinden sich in polizeilichem Gewahrsam. Der Zustand eines der Angreifer wird von der BBC als ernst bezeichnet. Die beiden Täter werden unter strenger Bewachung in separaten Spitälern behandelt.

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Mord auf offener Straße

Der Anschlag wurde im Woolwich im Südosten der britischen Hauptstadt in der Nähe einer Kaserne verübt. Dort war das Opfer stationiert. Soweit bislang bekannt ist, trug der Mann ein T-Shirt der Organisation Help for Heroes, die sich um verwundete Soldaten kümmert. Die Angreifer dürften den Mann erst mit einem PKW angefahren und dann mit Messern attackiert haben.

Als die Polizei kurz nach 14 Uhr Ortszeit am Tatort in der John Wilson Street eintraf, konnte sie nur noch den Tod des Opfers feststellen.

Unbestätigten Aussagen zufolge versuchten die Angreifer auch, den Mann zu enthaupten.

Eine Passantin, die dem Opfer erste Hilfe leisten wollte, wurde einem mit einem Revolver und einem Schlachtermesser bewaffneten Mann daran gehindert. In einem Interview mit dem Londoner Telegraph  erzählt sie, wie sie den Angreifer in ein Gespräch verwickelte: "Er sagte, er habe es getan, weil das Opfer ein britischer Soldat war, und ich sagte: 'Wirklich?' Er sagte: 'Ich habe ihn umgebracht, weil er Muslime in einem muslimischen Land getötet hat, und ich habe die Nase voll von Leuten, die Muslime in Afghanistan umbringen. Sie haben dort nichts verloren.'"

Die Frau, die durch ihre Ablenkung möglicherweise einigen Menschen das Leben gerettet hat, erklärte gegenüber der Zeitung: "Er war nicht high, er war nicht auf Drogen, er war nicht betrunken, er war nur aufgebracht, verstört. Er hatte volle Kontrolle über seine Entscheidungen."

Premier Cameron, den die Nachricht von der Tat in Paris ereilte, sprach von einem entsetzlichen Verbrechen. Er ging einem terroristischen Hintergrund der Tat aus und wies Innenministerin Theresa May an, den Krisenstab einzuberufen. "Wir haben in unserem Land schon mehrere derartige Anschläge erlebt und wir werden uns dadurch niemals unterkriegen lassen", kündigte Cameron entschlossenes Handeln an.

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Dokument erstellt am 2013-05-22 22:39:14
Letzte ─nderung am 2013-05-23 07:24:52



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