• vom 13.01.2015, 09:13 Uhr

Europachronik

Update: 13.01.2015, 11:38 Uhr

Religionen

Fundamentalismus in Europa: Sozial Schwache anfällig




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Von WZ Online, apa

  • Fundamentalismus-Werte in Österreich relativ hoch - Hohe Abwehrhaltung gegen Andere.

Wien/Berlin. Mehr Muslime als Christen tendieren zu religiösem Fundamentalismus. Doch auch in bestimmten Untergruppen christlichen Bekenntnisses ist das Phänomen vertreten. Ein schwacher sozialer Status macht Menschen dafür überproportional anfällig. Die Fundamentalismus-Werte in Österreich sind relativ hoch. Das ist das Hauptergebnis einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

Ruud Koopmans, Direktor der Abteilung "Migration, Integration, Transnationalisierung" des Zentrums, hat gleichlautende Umfragen zum Thema "Religiöser Fundamentalismus und Feindlichkeit gegenüber anderen Gruppen unter Muslimen und Christen in Westeuropa" mit rund 9.000 Befragten aus dem Jahr 2008 ausgewertet. Die Umfragen wurden Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden und den Niederlanden durchgeführt. Die Daten wurden im Juni 2013 bei einer Konferenz in Amsterdam präsentiert, vor wenigen Tagen wurde die Studie im "Journal of Ethnic and Migration Studies" in gedruckter Ausgabe publiziert.

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Bisher wenige Daten zur Verbreitung von Fundamentalismus

Der Autor weist in der Einleitung darauf hin, dass es bisher zur Verbreitung von Fundamentalismus wenige Daten aus der Gruppe der Muslime in Europa (immigriert bzw. in zweiter Generation) und faktisch keine von den Menschen christlichen Bekenntnisses mit einer Familiengeschichte ohne Migrationshintergrund gegeben hat. Bei den Muslimen wurden Menschen mit türkischer und marokkanischer Familiengeschichte befragt, weil sie in den einzelnen Ländern große Anteile der Muslime repräsentieren.

Drei Merkmale für eine Tendenz zum Fundamentalismus wurden in Statements umgewandelt, zu denen die Zustimmung erfragt wurde: "Christen/Muslime sollten zu den Wurzeln des Christentums/Islam zurückkehren", "Es gibt nur eine Interpretation der Bibel/des Koran, und jeder Christ/Moslem muss sich an sie halten" sowie "Die Gebote der Bibel/des Koran sind für mich wichtiger als die Gesetze (des jeweiligen Landes)".

Drei Fundamentalismus-Aussagen

Dazu die Ergebnisse: Allen drei Fundamentalismus-Aussagen stimmten in Österreich 55,2 Prozent der befragten Muslime zu, das war der höchste Wert (Belgien: 52,5 Prozent; Frankreich: 52,3 Prozent; Niederlande: 44,6 Prozent; Schweden: 30,8 Prozent; Deutschland: 29,9 Prozent). In Österreich stimmten einem "Zurück zu den Glaubenswurzeln" 65 Prozent der befragten Muslime zu, 79,1 Prozent meinte, es gebe nur eine einzige Interpretation des Koran, 73,1 Prozent hielten die religiösen Gebote für wichtiger als die rechtsstaatlichen Gesetze.

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Schlagwörter

Religionen, Fundamentalismus

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Dokument erstellt am 2015-01-13 09:15:06
Letzte nderung am 2015-01-13 11:38:24



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