• vom 28.08.2015, 15:37 Uhr

Europachronik

Update: 28.08.2015, 16:45 Uhr

Istanbul

Orthodoxes Konzil für 2016 geplant




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online / kathpress

  • Nach 1.000 Jahren will die orthodoxe Kirche über aktuelle Probleme beraten.

So prunkvoll wie 787 wird das Konzil nicht werden.

So prunkvoll wie 787 wird das Konzil nicht werden. So prunkvoll wie 787 wird das Konzil nicht werden.

(ja) Das seit langer Zeit geplante panorthodoxe Konzil soll zu Pfingsten 2016 in Istanbul beginnen und bis Anfang September dauern. Etwa140 orthodoxe Bischöfe werden zum ersten Konzil nach mehr als tausend Jahren erwartet.

Eingeladen hat der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. Beim Konzil soll es voraussichtlich neben Fragen des liturgischen Kalenders und des Eherechts vor allem um Probleme gehen, die sich aus der Bildung neuer eigenständiger Kirchen und aus der Auswanderung von Gläubigen ergeben. Aber auch die Themenauswahl ist strittig: Die starke russisch-orthodoxe Kirche besteht darauf, nur solche Fragen zu behandeln, denen alle nationalen orthodoxen Kirchen zustimmen. Ein wesentlicher Konfliktpunkt ist die unterschiedliche Sichtweise zur Ukraine, wo drei orthodoxe und eine griechisch-katholischen Kirche existieren.

Werbung

Zu einem Konzil der orzhodoxen Kirchen kam es zuletzt 787 beim Zweiten Konzil von Nicäa, auf dem die Verehrung von Ikonen erlaubt wurde. Damals waren die Ost- und die Westkirche noch nicht getrennt, und es nahmen auch Vertreter der katholischen Kirche teil.

Die Wahl Istanbuls und damit die Weiterschreibung der Tradition von Konstantinopel ist von hoher Symbolkraft. Die  Anlagen der orthodoxen Kirche und ihrer Gläubigen im Stadtteil Fener (griechisch: Fanar) haben allerdings jeden Glanz verloren. Seit der Vertreibung durch den Pogrom von Istanbul im Herbst 1955 wohnen nur etwa 2.000 Griechen in der Stadt.

Der Patriarch von Konstantinopel hat in den orthodoxen Kirchen keine übergeordnete Stelle, sondern gilt als Erster unter Gleichen (primus inter pares). Der engagierte Umweltschützer wird vermutlich auch ökologische Themen in die Beratungen einbringen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2015-08-28 16:22:46
Letzte ─nderung am 2015-08-28 16:45:33



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Wir schaffen das" - auch jetzt noch
  2. Anzeigetafel für im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge
  3. Justiz will Vermögen von 3000 Richtern beschlagnahmen
  4. Unter Stress
  5. 13 Minuten Stille
Meistkommentiert
  1. Erdogan nutzt Putschversuch zur Abrechnung
  2. Terror in der Kleinstadt
  3. "Ohne jegliche politische Motivation"
  4. Lynchjustiz der Sieger
  5. Attacke in Regionalzug: IS beansprucht Tat für sich

Werbung