• vom 21.04.2017, 09:03 Uhr

Europachronik

Update: 21.04.2017, 11:33 Uhr

Deutschland

Festnahme nach Anschlag auf Borussia Dortmund




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, Reuters, dpa

  • Verdächtiger soll die Tat aus Habgier verübt haben.

Ermittlungen nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus.  - © AP

Ermittlungen nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus.  © AP

Berlin/Dortmund. Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des deutschen Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB) hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen - es scheint um Aktienbetrug zu gehen und nicht um Terrorismus. Der im Raum Tübingen in Baden-Württemberg gefasste 28-Jährige soll auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben.

So wollte er einen Millionengewinn einstreichen, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. An islamistischen oder anderen extremistischen Hintergründen bestünden erhebliche Zweifel. Dem Verdächtigen mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

 Spiel wurde verschoben

Am Dienstag vergangener Woche hatten vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus gezündet. Die BVB-Spieler waren kurz zuvor mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Spiel abgefahren. Bei der Explosion wurde der Abwehrspieler Marc Bartra in dem Fahrzeug von Splittern getroffen und schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma. Das Spiel war wegen des Anschlags um einen Tag verschoben worden.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hat der mutmaßliche Täter Sergej W. am Tag des Anschlags auf den BVB-Bus 15.000 Verkaufsoptionen - sogenannte Put-Optionen - für 78.000 Euro in Bezug auf die BVB-Aktie erworben. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni gehabt. Der Kauf wurde demnach über einen Online-Anschluss des Mannschaftshotels abgewickelt. Der Tatverdächtige habe die Papiere über einen am Anfang April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit finanziert.

Aktienspekulation

Er spekulierte den Angaben nach auf fallende Kurse - die Höhe des Gewinns hänge von der Höhe des Kursverlustes ab. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn wegen des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären. Der Verdächtige sei wie die Mannschaft Gast im Mannschaftshotel gewesen und habe dort bereits am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoß mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen.

Die BVB-Aktien erholten sich am Freitag im frühen Handel um zwei Prozent. Am ersten Handelstag nach dem Anschlag war das Papier zunächst etwas abgerutscht, schloss letztlich aber 1,7 Prozent im Plus. Mehr Auswirkung auf den Kursverlauf hatten die sportlichen Leistungen: Am Vortag war die Aktie nach dem endgültigen Aus im Viertelfinale der Champions League um rund 3,5 Prozent gefallen. Der BVB war im Jahr 2000 als erster deutscher Sportverein an die Börse gegangen.

Werbung



1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-21 09:04:54
Letzte Änderung am 2017-04-21 11:33:04



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Harte Bandagen in Brüssel
  2. Brennerstrecke nach Zugsunglück gesperrt
  3. Kiew kappt Verbindungen nach Osten
  4. Das Strafverfahren als Geschenk
  5. Orban und Timmermans diskutieren im EU-Parlament - Live-Stream ab 15:15.
Meistkommentiert
  1. "Wir werden nicht unsere Seele verkaufen"
  2. Wahlkommission erklärt Ja-Lager zum Sieger
  3. Tschechien will EU-Quoten nicht erfüllen
  4. Mann ohne Partei mit guten Chancen
  5. Knapper Sieg mit zweifelhafter Legitimität

Werbung





Werbung