• vom 04.07.2017, 17:37 Uhr

Europachronik


Unfall

Toter Busfahrer nach Inferno unter Verdacht




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  • Nach dem schweren Unfall in Bayern mit 18 Toten befinden sich noch drei Menschen in Lebensgefahr.

München. Bei der Suche nach der Ursache für den verheerenden Busunfall auf der Autobahn 9 in Bayern konzentrieren sich die Ermittler nun auf den ums Leben gekommenen Fahrer als möglicher Verursacher. So wurden bei der Durchsuchung des Firmensitzes des Busunternehmens in Sachsen Unterlagen in Bezug auf den Bus, aber auch auf den Fahrer und seinen überlebenden Kollegen sichergestellt. Gegen andere Personen werde nicht ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Geprüft würden auch mögliche technische Fehler.

Der Reisebus mit 48 Menschen an Bord war bei sich stauendem Verkehr auf einen Sattelzug aufgefahren und sofort in Brand geraten. 18 Menschen starben in den Flammen, unter ihnen der 55 Jahre alte Fahrer. Sieben der 30 Verletzten haben die Krankenhäuser wieder verlassen. Bei drei Menschen bestand weiterhin Lebensgefahr.

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Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Zwei Sachverständige für Verkehrsunfälle und Brände hätten keine Hinweise dafür gefunden, dass der Reisebus schon vor dem Aufprall auf den Sattelzug gebrannt hat. "Vieles spricht dafür, dass bei dem Bus erst aufgrund der Kollision mit dem Anhänger Feuer ausgebrochen ist", hieß es.

Um solche Unfälle zu vermeiden, seien nicht abschaltbare Notbremssysteme wichtig, die auf Stau-Enden reagierten, sagte Hermann Winner, Experte für autonomes Fahren an der TU Darmstadt. Das Bundesland Baden-Württemberg denkt über eine Bundesratsinitiative zum obligatorischen Einsatz von Notbremssystemen für Busse nach. Zwar sei das System seit 2015 in Reisebussen und Lastwagen vorgeschrieben. "Das Problem ist allerdings: Der Fahrer kann diesen Notbremsassistenten abschalten, was offenkundig häufig gemacht wird", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass auf EU-Ebene die vorgeschriebene Abbremswirkung nochmals verschärft werden könnte, denn technisch wäre ein Abbremsen um 40 km/h möglich, ab 2018 sind jedoch nur 20 km/h verpflichtend", sagte die Verkehrsexpertin der SPD, Kirsten Lühmann, der "Heilbronner Stimme".

Da bei der Brandkatastrophe Autofahrer die Zufahrt für die Rettungskräfte erschwert hatten, könnte bei der strafrechtlichen Aufarbeitung erstmals der neue, am 30. Mai in Kraft getretene Straftatbestand gegen Gaffer angewendet werden. Damit reicht schon das Behindern von Rettungskräften aus, um sich strafbar zu machen. Allerdings griffen die Bußgeld-Pläne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu kurz, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD, Johannes Fechner. "Wer aus Sensationslust die Rettung von Menschenleben blockiert, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe oder Gefängnis bestraft werden."




Schlagwörter

Unfall, Bayern, Autobus

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Dokument erstellt am 2017-07-04 17:42:03



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