• vom 09.08.2017, 10:31 Uhr

Europachronik

Update: 09.08.2017, 16:33 Uhr

Frankreich

Verdächtiger nach Autoattacke auf Soldaten festgenommen




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Von WZ Online, APA, AFP, Reuters

  • Mann bei wilder Verfolgungsjagd von Polizei angeschossen.

Polizisten stoppten seinen Wagen auf einer Autobahn Richtung Calais, der Fahrer wurde durch Polizeischüsse verletzt. - © APAweb/AFP, Philippe Huguen

Polizisten stoppten seinen Wagen auf einer Autobahn Richtung Calais, der Fahrer wurde durch Polizeischüsse verletzt. © APAweb/AFP, Philippe Huguen

Paris. Sechs französische Soldaten sind bei einer Autoattacke auf eine Militärpatrouille nahe Paris verletzt worden. Ein Verdächtiger wurde Stunden später nach einer wilden Verfolgungsjagd in Nordfrankreich angeschossen und festgenommen, wie am Mittwoch aus Ermittlerkreisen verlautete. Polizisten stoppten seinen Wagen auf einer Autobahn Richtung Calais, der Fahrer wurde durch Polizeischüsse verletzt.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen terroristisch motivierter Mordversuche auf. Bei dem 1980 geborenen Festgenommenen handle es sich mutmaßlich um den Täter, hieß es aus Justizkreisen. "Er war im gesuchten Auto und hat versucht zu fliehen." Die Identität des Mannes müsse aber noch zweifelsfrei festgestellt werden. Auch müsse geprüft werden, ob tatsächlich er die Soldaten angefahren habe.

Die Polizei hatte den Wagen auf der Autobahn A16 zwischen den nordfranzösischen Städten Boulogne-sur-Mer und Calais aufgespürt. Bei der Flucht rammte der flüchtige Fahrer mindestens ein Auto, Spezialeinheiten der Polizei eröffneten daraufhin das Feuer. Nach einer Schießerei hat die Polizei einen Mann festgenommen, sagte Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe am Mittwoch. Nach Angaben aus Justizkreisen war der Verdächtige bei der Festnahme nicht bewaffnet. Ein Polizist sei durch eine verirrte Kugel verletzt worden.

Einem Reuters-Augenzeugen zufolge waren dort Einschusslöcher in einem BMW zu sehen. Das gleiche Modell wurde bei dem Angriff auf Soldaten in dem Pariser Vorort Levallois-Perret verwendet. Sechs Militärangehörige wurden verletzt, als das Fahrzeug in die Gruppe gerast war

Die Autoattacke auf die Soldaten hatte sich Mittwoch früh gegen acht Uhr im nordwestlich an das an Paris angrenzende Levallois-Perret zugetragen. Das Auto rammte Soldaten, die im Zuge der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" (Wache oder Wachposten) patrouillierten.

Von den sechs verletzten Soldaten erlitten drei "schwerere" Verletzungen, schwebten aber nicht in Lebensgefahr, wie Verteidigungsministerin Florence Parly mitteilte.

Die Soldaten hatten gerade ein Gebäude verlassen, in dem die Stadtverwaltung von Levallois-Perret der Armee Räume überlassen hat. Innenminister Gérard Collomb sagte, ein Auto habe sich den Soldaten erst langsam genähert und dann beschleunigt, "um sie rammen zu können". Der Minister sagte weiter: "Wir wissen, dass es Absicht war und kein Unfall."

"Ich habe einen unglaublichen Lärm gehört", sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur AFP. Von seinem Balkon aus habe er dann zwei Soldaten auf dem Boden liegen sehen. Schnell seien zahlreiche Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungskräften eingetroffen. Der Tatort wurde weiträumig abgeriegelt.

Verteidigungsministerin Parly verurteilte die Autoattacke als "feige Tat". Der Angriff werde nicht die "Entschlossenheit der Soldaten" mindern, sich für die Sicherheit der Franzosen einzusetzen, erklärte die Ministerin und sprach den verletzten Soldaten ihren Beistand aus.

Im Zuge des Inlandseinsatzes "Sentinelle" patrouillieren in Frankreich 7.000 Soldaten unter anderem vor Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfen und Touristenattraktionen wie dem Pariser Eiffelturm, um Anschläge zu verhindern. "Sentinelle" wurde nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris ins Leben gerufen.

Immer wieder sind die Soldaten aber selbst Ziel von Angriffen geworden. Zuletzt zückte am Samstagabend ein Angreifer am Eiffelturm ein Messer und schrie "Allah ist groß". Der 19-Jährige ließ sich aber von patrouillierenden Soldaten widerstandslos festnehmen. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

In Frankreich sind seit Anfang 2015 bei islamistischen Anschlägen 239 Menschen getötet worden. Seit den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten herrscht in dem Land der Ausnahmezustand. Er soll nach dem Willen von Staatschef Emmanuel Macron Anfang November auslaufen. Bis dahin sollen aber Gesetzesverschärfungen im Anti-Terror-Kampf beschlossen werden.





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Frankreich, Paris

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Dokument erstellt am 2017-08-09 10:35:38
Letzte nderung am 2017-08-09 16:33:48



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