• vom 13.09.2017, 19:44 Uhr

Europachronik


Air Berlin

Piloten-Gewerkschaft will Sozialplan




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Nach zwei Tagen voller Flugausfällen ebben die Krankmeldungen bei Air Berlin ab. Die Gewerkschaft will mit dem vermuteten Bummelstreik aber nichts zu tun haben.

Berlin. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will für die Piloten der insolventen Air Berlin einen Sozialplan erreichen. Entsprechende Verhandlungen mit dem Management waren am Montag gescheitert, sagte VC-Sprecher Markus. Die Unternehmensleitung habe deutlich gemacht, dass ein derartiger Sozialplan von möglichen Investoren als Hindernis empfunden würde. Mit den darauffolgenden massenhaften Krankmeldungen will die Gewerkschaft aber nichts zu tun haben. Man habe nicht dazu aufgerufen, sondern vielmehr den Kollegen geraten, ihre Arbeitsplätze einzunehmen, sagte Wahl. Am Dienstag und Mittwoch waren zahlreiche Flüge bei der Air Berlin, aber auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ausgefallen, in deren Auftrag auch 33 Air-Berlin-Jets unterwegs sind.

Die kurzfristigen Krankmeldungen haben jedoch keine Auswirkungen auf Flüge ab Wien. Flugsstreichungen gebe es aktuell keine, erklärte ein AUA-Sprecher. Auch bei Air-Berlin-Tochter Niki gehe der Flugbetrieb "ganz normal weiter", sagte eine Niki-Sprecherin am Mittwoch.

Werbung

Übernahmeangebote bis Freitag
Die Sozialplan-Gespräche sollen nächste Woche fortgeführt werden, kündigte der Sprecher an. Die VC will verbindliche Kriterien festlegen, in welcher Reihenfolge die Piloten zu neuen Eigentümern wechseln könnten. Kriterien könnten die Betriebszugehörigkeit und soziale Aspekte sein. "Wir wollen verhindern, dass sich jeder Pilot bei seinem neuen Arbeitgeber einzeln bewerben muss. Wir haben die Sorge, dass dann bestimmte Leute aussortiert werden." Ausdrücklich ausgenommen von den Verhandlungen seien die Tarifbestimmungen, nach denen die Piloten künftig arbeiten müssten. Im Lufthansa-Konzern, der über seine Billigtochter Eurowings zwischen 70 und 90 Maschinen der Air Berlin übernehmen will, habe es auf Arbeitsebene erste Sondierungen gegeben. Wegen der laufenden Gespräche lehnte Eurowings eine Stellungnahme zu Details ab.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, weil der Großaktionär Etihad den Geldhahn zudrehte. Bis Freitag können Angebote für die Berliner abgegeben werden. Die Lufthansa hat offiziell ihr Interesse an Air Berlin erklärt. Als möglicher Käufer gilt auch die Billigairline Easyjet, laut einem Insider bereitet auch die Thomas-Cook-Tochter Condor ein Angebot vor. Nach einem Bericht der "Bild" hat die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, LinkGlobal, ebenfalls ihr Interesse an einer Übernahme geäußert.




Schlagwörter

Air Berlin

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-13 18:45:03
Letzte ─nderung am 2017-09-13 18:48:02



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Seehofers Schmach
  2. Macron wünscht sich "gemeinsame Interventionseinheit"
  3. CSU: Kein Koalitionsvertrag ohne Obergrenze
  4. Europarat: Unzumutbare Lage in Flüchtlingslagern
  5. AfD verliert zwei prominente Gesichter
Meistkommentiert
  1. Merkel will das Gespräch
    mit der SPD suchen
  2. AfD-Chefin Petry verlässt die Fraktion
  3. Seehofers Schmach
  4. Österreich erfüllt Quote nur zu 0,8 Prozent
  5. German Zorn

Werbung





Werbung


Werbung