• vom 03.01.2018, 09:44 Uhr

Europachronik

Update: 03.01.2018, 16:09 Uhr

Wetter

Burglind fegt über Westdeutschland




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Von WZ Online, APA, dpa, sda, AFP

  • Deutsche Bahn sperrte etliche Fernverkehrsstrecken, Warnung für viele Regionen Österreichs.

Polizisten beseitigen in Köln einen umgestürzten Baum von einer Straße. Das Sturmtief Burglind sorgt für Verkehrsbehinderungen. - © APAweb / dpa, Oliver Berg

Polizisten beseitigen in Köln einen umgestürzten Baum von einer Straße. Das Sturmtief Burglind sorgt für Verkehrsbehinderungen. © APAweb / dpa, Oliver Berg

Bern/Düsseldorf. Das Sturmtief "Burglind" ist am Mittwoch mit Wucht auf mehrere deutsche Bundesländer getroffen. Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten am Morgen etwa in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern den Verkehr. Von Verletzten war zunächst nichts bekannt.

Auch in anderen europäischen Ländern sorgte das Tief - dort heißt es Eleanor - für Behinderungen. Der Verkehr auf den Flughäfen Basel-Mulhouse-Freiburg und Straßburg im Elsass wurde vorläufig eingestellt. Das sagte ein Sprecher der französischen Luftfahrtbehörde DGAC am Vormittag. In Frankreich, Irland und Großbritannien waren Tausende Haushalte ohne Strom. Der Regionalverkehr im Elsass wurde als Vorsichtsmaßnahme eingestellt.

Information

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hat für Mittwoch und Donnerstag wegen des Sturmtiefs Burglind für zahlreiche Regionen Österreichs Sturmwarnungen ausgegeben. Die höchsten Windspitzen waren dabei heutigen Mittwoch zu erwarten. Der Durchzug einer Kaltfront sollte in vielen Regionen zu Mittag und am Nachmittag kurzzeitig heftige Sturmböen, meist aus West, zwischen 80 und 100 km/h bringen. Vereinzelt dürften auch in tiefen Lagen mehr als 100 km/h möglich sein. Dies vor allem in den Tälern Westösterreichs und in exponierten Lagen im Flachland Ostösterreichs. Auf den Bergen musste man am Mittwoch mit Orkanböen über 120 km/h rechnen. Am Donnerstag sollte sich der Wind etwas abschwächen, die Böen würden meist 60 bis 80 km/h erreichen. Auf vielen Bergen wird der Sturm auch am Donnerstag 100 km/h und darüber aufweisen. Im Laufe des Tages sollte der Wind dann überall langsam nachlassen.
Link: ZAMG Sturmwarnung

 Deutsche Bahn sperrte Fernverkehrsstrecken

In Deutschland waren Straßen blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Mehrere Zoos und Tierparks blieben geschlossen - wegen der Gefahr von herunterfallenden Baumteilen. Auf Deutschlands höchstem Berggipfel, der Zugspitze, fuhr die Zahnradbahn nicht. Das Skigebiet Garmisch-Classic blieb geschlossen.

In Cuxhaven wurde die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurück fliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel. Früher abgereist sind auch einige Gäste auf der Insel Wangerooge. Dort fielen wegen Hochwasser zwei Fähr-Verbindungen vom und zum Festland aus.

Sturmböen bis Donnerstag Nacht

Die Polizei appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen. In Wäldern solle man sich lieber nicht aufhalten. Es könne noch bis in die Nacht auf Donnerstag gefährliche Sturmböen geben.

Ein Regionalzug in Selm im südlichen Münsterland prallte am Morgen gegen einem entwurzelten Baum. Der Zug sei teilweise aus den Schienen gesprungen, verletzt worden sei aber niemand, sagte ein Bahnsprecher. Im Fernverkehr gab es Einschränkungen auf den Strecken Köln-Bonn, Köln- Aachen, Aachen-Krefeld, Kaiserslautern-Ludwigshafen und Köln-Niederlahnstein, wie die Bahn mitteilte.

In Essen und Mülheim standen Straßen unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es zu Behinderungen: Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. In Hessen legte "Burglind" den Verkehr teilweise lahm. Vielerorts stürzten Bäume um. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus.

Weitere Verkehrsbehinderungen

Schwere Verkehrsbehinderungen auch in Rheinland-Pfalz: Umgestürzte Bäume blockierten viele Straßen, auch im Bahnverkehr gab es Störungen. In mindestens drei Ortschaften in der Südwestpfalz fiel der Strom aus, wie die Polizei in Dahn mitteilte. Die Böen erreichten Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Alle Einsatzstellen seien am Rotieren, sagte eine Polizeisprecherin.

Erste Probleme gibt es auch an den Flüssen. In Köln wurde Mittwochfrüh die Hochwassermarke I überschritten, bei der Schiffe ihre Geschwindigkeit reduzieren müssen. Auch kleinere Flüsse könnten in den nächsten Tagen über die Ufer treten.

Die Unwettergefahr sollte im Laufe des Vormittags vom Westen aus abnehmen. An der Nordseeküste könne es am späten Vormittag orkanartige Böen geben. Ganztägig wird im Alpenvorland in Höhenlagen ab 1.500 Metern vor Orkanböen gewarnt. In Hochlagen im Harz und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge galt das bis Donnerstagfrüh.





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Dokument erstellt am 2018-01-03 09:48:16
Letzte nderung am 2018-01-03 16:09:46



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