München. Trotz des Widerstands vieler Mitgliedsländer gegen eine Frauenquote in Aufsichtsräten glaubt EU-Justizkommissarin weiter fest an ihr Vorhaben. "Eines steht fest: Die Quote wird kommen", sagte sie am Dienstag laut Redetext auf dem Deutschen Juristentag in München. Elf EU-Mitgliedstaaten hätten bereits unterschiedliche Quotenregelungen. "Und ich bin sehr sicher, dass es auch in Deutschland bis 2015 eine Quotenregelung geben wird." Sie freue sich über ihre vielen Verbündeten in dieser Frage gerade in Deutschland, sagte Reding. "Gemeinsam werden wir das am Ende schaffen."
Eine Quote für das "unterrepräsentierte Geschlechts"
Erst am Montag war ein Brief von neun europäischen Regierungen an die EU-Kommission bekanntgeworden, in dem diese sich gegen die gesetzliche Vorgabe von 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten aussprechen. Unter ihnen sind neben Großbritannien, das den Vorstoß initiierte, die Niederlande und Tschechien. Deutschland hat sich laut einem Sprecher von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) indirekt gegen die Pläne positioniert.
Reding will für die Zeit ab 2020 eine Quote von 40 Prozent des jeweils "unterrepräsentierten Geschlechts" in Aufsichtsräten gesetzlich verankern und so Frauen Aufwind geben. Dabei sollen Frauen nur bei gleicher Eignung bevorzugt werden. Die Quote würde für große börsennotierte Unternehmen gelten. Firmen mit Staatsbeteiligung sollten hingegen voran gehen und die Quote 2018 einführen.
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