
Die EU-Kommission will erreichen, dass Rauchen an Attraktivität verliert – insbesondere Jugendliche sollen gar nicht erst zur Zigarette greifen. Deshalb wird in der neuen Tabakrichtlinie, die noch heuer präsentiert werden soll, besonderes Augenmerk auf die Zigarettenpackungen und auf Geschmacksrichtungen gelegt, kündigt EU-Gesundheitskommissar John Dalli im Interview mit der "Wiener Zeitung" an.
Wiener Zeitung: Haben Sie selbst je geraucht?
John Dalli: Ja, ich war ein starker Raucher, habe aber am 1. Jänner 1988 damit aufgehört.
Sie wissen also, wie schwer es ist,aufzuhören?John Dalli: Es fällt sehr schwer. Aber nach einigen schmerzhaften Tagen oder Wochen mit Entzugserscheinungen gewinnt man für den gesamten Rest seines Lebens eine bessere Gesundheit.
Offenkundig braucht es einen starken Willen. GlaubenSie wirklich, dass das Design von Zigarettenpackungen oder Warnhinweise jemanden vom Rauchen abhalten?John Dalli: Ja. Ich kenne viele Menschen, die gesundheitliche Probleme hatten und auf Drängen ihres Arztes sofort aufhörenmussten. Man kann diese Menschen dabei unterstützen, aber die Entscheidung müssensie selbst treffen –besser früher als später. Für uns ist aber das Allerwichtigste, junge Menschen davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen. 70 Prozent beginnen damit, bevor sie 18 Jahre sind. Wenn wir das verhindern, werden wir mittel- und langfristig das Problem lösen. Darum geht es uns, wenn wir über Maßnahmen sprechen, die Zigaretten – insbesondere bei den Packungen und im Geschmack – weniger attraktiv machen sollen.
Über die Tabakrichtlinie wird bereits viel spekuliert. Wann wird sie vorgelegt, was wird drinnen stehen?John Dalli: Sie sollte Ende des Jahres vorgelegt werden. Was drinnen stehen wird, ist noch Gegenstand interner Verhandlungen in der Europäischen Kommission. Einige Dinge sind schon an die Öffentlichkeit gespielt worden, nicht alles hat gestimmt. Aber was wir sagen können: Wir werden uns mit Warnhinweisen beschäftigen – also dem, was Rauchern passieren kann – und wir wollen so gut wie möglich kontrollieren, wie Zigaretten mit Geschmacksrichtungen wie Vanille oder Schokolade versehen werden.
Wiener Zeitung: Läuft das auf ein Verbot von Zusatzstoffen hinaus?
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