Oslo/Brüssel/Wien. Für Bundespräsident Heinz Fischer ist der Friedensnobelpreis an die Europäische Union eine Aufmunterung, am Projekt einer solidarischen Friedenspolitik festzuhalten. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit und müsse ständig erkämpft werden, sagte Fischer Freitagabend in der "ZiB 2". Dabei erinnerte der Bundespräsident an die drei Kriege, die Deutschland und Frankreich seit 1870 geführt haben.
Angesichts dieses Wissens gelte es, Konflikte ausschließlich mit friedlichen Mitteln zu lösen, so Fischer, der auf die europäischen Bemühungen zur Integration der Balkan-Region und die Stellungnahmen der EU zu den Konflikten in Syrien und anderen Ländern hinwies. Für die österreichische Politik bedeute der Nobelpreis den Auftrag, am Konzept der Zusammenarbeit in Europa festzuhalten. Dabei gelte es auch, selbstkritisch zu sein und sich auch mit Schwächen und Fehlern auseinanderzusetzen. Man dürfe dies nicht allein EU-Kritikern überlassen.
Fischer, der den Nobelpreis als "Sauerstoffdusche" für Europa bezeichnete, plädierte für eine Fortsetzung der Kohäsionspolitik der EU. Deren Konzept sehe vor, dass wirtschaftlich stärkere Länder, die nicht unter einer Diktatur gelitten haben, Schwächeren helfen. Dies komme auch Europa insgesamt zu Gute. In diesem Zusammenhang forderte der Bundespräsident, Griechenland nicht fallen zu lassen. Ein Austritt hätte "sehr unangenehme Folgen" für Europa.
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