• vom 24.10.2012, 10:28 Uhr

Europäische Union

Update: 24.10.2012, 21:10 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Eurofound-Studie

Jugendarbeitslosigkeit kommt sehr teuer



  • EU-weit Kosten von rund 153 Milliarden Euro, 14 Millionen arbeitslos und ohne Ausbildung.
  • Bulgarien, Ungarn besonders stark betroffen.

Arbeitslose Jugendliche fordern in London eine funktionierende Zukunft.

Arbeitslose Jugendliche fordern in London eine funktionierende Zukunft.APAweb / REUTERS/Suzanne Plunkett Arbeitslose Jugendliche fordern in London eine funktionierende Zukunft.APAweb / REUTERS/Suzanne Plunkett

London/Dublin. Steigende Jugendarbeitslosigkeit wird für EU-Länder  immer mehr zum sozialen, aber auch finanziellen Problem. Der wirtschaftliche Verlust durch junge Menschen, die weder eine Arbeit haben noch in Ausbildung sind, habe 2011 bei schätzungsweise 153 Milliarden Euro gelegen, teilte die Europäische Behörde Eurofound mit Sitz in Dublin mit.

Derzeit seien EU-weit 14 Millionen junge Leute zwischen 15 und 29 Jahren arbeitslos und ohne Ausbildung. Zwischen den Ländern gebe es zudem enorme Unterschiede, besonders stark betroffen seien etwa Bulgarien, Ungarn, Irland, Italien, Spanien, Litauen und Polen.

Nachhaltige Beschäftigung nötig

"Junge Menschen in Europa sind von der Rezession besonders stark betroffen", heißt es von Eurofound. "Sie brauchen eine gute, stabile und nachhaltige Beschäftigung. Das beinhaltet auch, sie mit Qualifikationen auszustatten, die ihre erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt garantieren."

Der Studie zufolge waren im Jahr 2011 EU-weit nur 33,6 Prozent der jungen Menschen in einer Beschäftigung - laut Eurofound die niedrigste Zahl, die es je gab. Alarmierend sei aber nicht nur die hohe Zahl an sich, sondern auch der enorme Anstieg seit Beginn der Wirtschaftskrise.

Beunruhigend seien zudem die großen Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. Während in den Niederlanden und Luxemburg nur rund 7 Prozent der jungen Leute ohne Beschäftigung und Ausbildung seien, seien es in Bulgarien, Griechenland, Irland, Italien, Rumänien und Spanien 17 Prozent.

Entfremdung

Wenig Hoffnung im Süden

Wenig Hoffnung im Süden Wenig Hoffnung im Süden

Hinzu kommen laut Eurofound die nicht abschätzbaren Kosten, die durch die Entfremdung dieser jungen Menschen von der Gesellschaft entstehen. "Junge Menschen ohne Beschäftigung oder Ausbildung sind stärker in Gefahr, sich politisch und gesellschaftlich zu entfremden", heißt es in dem Bericht.

So sei das Interesse an politischem und sozialem Engagement deutlich geringer als bei Gleichaltrigen, die einen Job hätten. Allerdings gebe es auch hier länderspezifische Unterschiede: Während das politische Interesse unter den Betroffenen in etwa in Mittel-und Osteuropäischen Ländern geringer sei, sei es in Südeuropa größer.




Schlagwörter

Jugendarbeitslosigkeit

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-24 10:29:21
Letzte Änderung am 2012-10-24 21:10:41


Beliebte Inhalte



Emmelie de Forest holt den nächsten Song Contest nach Dänemark. - APAweb / AP / Alastair Grant
  • Emmelie de Forest setzte sich mit "Only teardrops" gegen 25 Konkurrenten durch.
  • weiter

Einigkeit macht fröhlich: Die protestantische Kanzlerin besuchte das Oberhaupt der Katholiken in Rom. - APAweb / Reuters / Gregorio Borgia
  • Deutsche Kanzlerin befürwortet einmal mehr Regulierung der Finanzmärkte.
  • weiter

Das Geld der anderen Leute, hier parkt ein Teil davon - in Vaduz. - APAweb/REUTERS/Francois Lenoir
  • Einheitlichkeit in Zielsetzung als Thema, aber starke Unterschiede zwischen den 27 Staaten.
  • weiter

Von Russland hängt Lukaschenkos Schicksal ab, sagt Stanislaw Schuschkewitsch. - Andreas Urban
  • Weißrusslands ehemaliges Staatsoberhaupt Schuschkewitsch im Interview mit der "Wiener Zeitung".
  • weiter

Provokateur: Der Parlamentarier Iliopoulos von der Goldenen Morgenröte löste den Eklat aus. - epa
  • Ständige Provokationen gehören zum Repertoire der Goldenen Morgenröte.
  • weiter

Die Medien seien durch ein neues Mediengesetz bedroht, während neue Justizgesetze, die unter anderen die Zwangspensionierung von rund 300 Richtern zur Folge hatten, die Unabhängigkeit der Justiz unterhöhlten. - APAweb/HERBERT PFARRHOFER
  • Menschenrechtsorganisation fordert scharfes EU-Vorgehen wegen umstrittener Verfassungsänderungen.
  • weiter

Ungarn droht ein Vergahren wegen Verletzung europäischer Werte, sollte Verfassungsreform nicht zurückgenommen werden. - APAweb / Robert Jäger
  • Ansonsten droht Verfahren wegen Verletzung europäischer Werte.
  • weiter

Münzenmeer - APAweb/REUTERS/Leonhard Foeger
  • Herstellung der Münzen führte seit 2002 zu Verlust von 1,4 Mrd. Euro.
  • weiter

Durch Preisabsprachen könnte das Benzin für den Endverbraucher teurer geworden sein, vermuten die Kartellwächter der EU und führten Razzien bei den Konzernen BP, Shell und Statoil durch. - reuters
  • Marktverzerrung ist vergleichbar mit Milliarden-Skandal um Libor-Zinssatz.
  • weiter

Eingeläutet: Michael Noonan, Finanzminister im EU-Vorsitzland Irland, und Ratspräsident Van Rompuy. - epa
  • Luxemburg und Österreich stimmen EU-Verhandlungen mit Schweiz und anderen Staaten zu.
  • weiter




Werbung



Die Europäische Union stellt sich vor

Europabroschüre - Bild:  European Commission Die Mitgliedstaaten der EU bündeln einige ihrer Hoheitsrechte, um gemeinsam stärker und einflussreicher zu sein, als sie es einzeln wären... weiter




Der neue 5-Euro-Schein ist da

Euro-Fälschungen einfach erkennen

Euro - Fuehlen - ©EZB Anlässlich der Vorstellung der neuen 5-€- Banknote mit erweiterten Sicherheitsmerkmalen hat die Europäische Zentralbank aktuelle Statistiken... weiter




Werbung