• vom 15.11.2012, 16:47 Uhr

Europäische Union

Update: 15.11.2012, 16:53 Uhr

Wirtschaftswachstum

Die Eurozone fällt zurück in die Rezession




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  • Schrumpfende Wirtschaft
  • BIP-Rückgang auch in Österreich.

Die Schuldenkrise treibt die Eurozone erstmals seit 2009 wieder in die Rezession. Auch ein leichtes Wachstum der beiden Schwergewichte Deutschland und Frankreich konnte nicht verhindern, dass die Wirtschaft der 17 Mitgliedsstaaten im Sommer erneut schrumpfte. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Juli und September um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte.

Der Wirtschaftsmotor ist in der Eurozone ins Stocken geraten.

Der Wirtschaftsmotor ist in der Eurozone ins Stocken geraten.© APAweb/Reuters/Fabian Bimmer Der Wirtschaftsmotor ist in der Eurozone ins Stocken geraten.© APAweb/Reuters/Fabian Bimmer

Bereits im Frühjahr war die Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Fachleute von einer Rezession. Während Deutschland und Frankreich als größte Volkswirtschaften des Währungsraums noch zulegen konnten, ging die Talfahrt in Krisenländern wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland weiter.

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BIP-Rückgang auch in Österreich
Auch Österreichs Wirtschaft ist im abgelaufenen Vierteljahr geschrumpft. Das BIP verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, und im Jahresabstand stagnierte die Wirtschaft, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) heute in seiner Schnellschätzung zum Zeitraum Juli bis September mit.

Wegen der Schuldenkrise und des harten Sparkurses in vielen Ländern sind die Aussichten für die Eurozone eher düster. Denn die harte Konsolidierung in vielen Staaten soll das Wachstum zwar mittelfristig ankurbeln. Kurzfristig aber bremsen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen die Wirtschaft. "Dieser Rückfall in die Rezession ist hausgemacht", sagte Ökonom Paul de Grauwe von der London School of Economics. "Das ist das Ergebnis übertriebener Sparmaßnahmen in den südlichen Ländern und dem Unwillen der nördlichen Ländern, etwas anderes zu tun." Auch andere Experten äußerten sich skeptisch. "Das vierte Quartal sieht deutlich schwächer aus, es wird wohl ein noch stärkeres Schrumpfen der Wirtschaftskraft geben", sagte der Euroraum-Chefvolkswirt der Citigroup, Jürgen Michels. "Für 2013 gehen wir von einer anhaltenden Rezession aus." Etwas optimistischer ist die EU-Kommission, die dem Währungsraum 2013 immerhin ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent voraussagt.

Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich
Die Wirtschaft in Deutschland und Frankreich wuchs von Juli bis September je um 0,2 Prozent. Für Impulse der hiesigen Wirtschaft sorgten die Exporte und der private Konsum, während die Unternehmen das vierte Quartal in Folge ihre Investitionen kappten. "Das war vorerst die letzte gute Zahl aus Deutschland", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Am Jahresende schrumpft die deutsche Wirtschaft vermutlich etwas."

Das Wachstum beim wichtigsten Handelspartner und Nachbarn Frankreich gilt als positive Überraschung, denn Experten hatten der Wirtschaft nur eine Stagnation zugetraut. Kritiker sehen Frankreich wegen mangelnden Reformeifers inzwischen als Sorgenkind der Eurozone. Die Regierung in Paris wollte die BIP-Zahlen nicht überbewerten. "Diese Indikatoren sind vielversprechend, aber nicht genug", sagte Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault in Berlin vor einem Treffen mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel. Das Wachstum anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sei eine Priorität seiner Regierung. Zudem müsse die Eurozone stabilisiert werden.

In den Krisenländern setzte sich die Talfahrt hingegen fort. In Italien beschleunigte sie sich immerhin nicht weiter. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schrumpfte um 0,2 Prozent und damit geringer als befürchtet. Dennoch bleibt Italien tief in der Rezession, ebenso wie Spanien, wo es um 0,3 Prozent bergab ging. Auch Nordländer, die lange als Wachstumsgaranten galten, spüren den Abschwung der Eurozone immer stärker. So brach die Wirtschaft in den Niederlanden wegen einer Immobilienkrise und schrumpfender Exporte um 1,1 Prozent ein, in Österreich sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent.

Die Eurozone steht damit deutlich schlechter da als die USA. Die weltgrößte Volkswirtschaft legte um 0,5 Prozent zu, Japans Wirtschaft hingegen schrumpfte deutlich um 0,9 Prozent, das Wachstum in China schwächte sich zuletzt auf hohem Niveau ab. Auch die globale Konjunktur kühlt sich weiter ab, wie das Barometer für das Weltwirtschaftsklima des Ifo-Instituts im vierten Quartal signalisiert. "Die Weltkonjunktur tritt auf der Stelle", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble betonte, er sei besorgt über die "wirtschaftliche Lage in der ganzen Welt".




Schlagwörter

Wirtschaftswachstum, Eurozone

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Dokument erstellt am 2012-11-15 16:48:32
Letzte Änderung am 2012-11-15 16:53:04



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