• vom 03.12.2012, 19:30 Uhr

Europäische Union

Update: 03.12.2012, 20:50 Uhr

Mafia

Mafia stiehlt etliche EU-Milliarden




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Mehrwertsteuer und EU-Strukturfonds werden massiv missbraucht.

Brüssel.(hes) Betrug, Korruption und die organisierte Kriminalität verursachen der Europäischen Union Jahr für Jahr einen Schaden in Höhe von etlichen Milliarden Euro. So wurden allein im Jahr 2010 in 13.631 Fällen EU-Fonds illegalerweise angezapft. Der Schaden summiert sich auf rund zwei Milliarden Euro. Seit 2008 ist die Zahl der Fälle deutlich gestiegen - und die Geldbeträge, um die es geht, haben sich fast verdoppelt. Deshalb hat sich ein Sonderausschuss im Europäischen Parlament die effizientere Bekämpfung des organisierten Verbrechens zum Ziel gesetzt. Die sozialdemokratische deutsche Abgeordnete Barbara Weiler stellte am Montag erste Ergebnisse vor.

"Scarface". Die Büste des Film-Paten wurde bei einer Razzia in Mailand entdeckt.

"Scarface". Die Büste des Film-Paten wurde bei einer Razzia in Mailand entdeckt.© epa "Scarface". Die Büste des Film-Paten wurde bei einer Razzia in Mailand entdeckt.© epa

Mafiöse Organisationen seien demnach zwar nur für rund 10 Prozent der Betrugsfälle verantwortlich, sie sind aber besonders gründlich und verursachen 40 Prozent des Schadens. "Organisierte Kriminalität, Korruption und Geldwäsche haben in den letzten fünf bis zehn Jahren stark zugenommen - auch in Deutschland gab es eine Verschlechterung", sagte Weiler. Besonders die Strukturfonds (in der Zuständigkeit von Regionalkommissar Johannes Hahn) seien anfällig für betrügerische Aktivitäten, warnte sie. Dass die Politik von der Mafia infiltriert werde, sei beileibe keine italienische Spezialität, so Weiler. Auch in anderen Staaten drohe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik zu erodieren.

Werbung

Besonders Mehrwertsteuerbetrug verursacht gewaltige finanzielle Schäden. Gemessen an der Steuerbasis klafft EU-weit eine Lücke von 100 Milliarden Euro an Mindereinnahmen. Dabei entfallen zwischen 20 und 30 Prozent auf Betrugsfälle, sagt die slowenische EU-Abgeordnete Tanja Fajon. Allein der Betrug mit Emissionszertifikaten verursachte an die 5 Milliarden Euro Schaden.

Arbeit für EU-Staatsanwalt
Die Fraktion der Sozialisten&Demokraten im Europa-Parlament fordert unter anderem die Etablierung eines Europäischen Staatsanwaltes, um organisiertes Verbrechen länderübergreifend besser zu bekämpfen. Zudem müsse die Zusammenarbeit der Behörden bis in die lokale Ebene verbessert werden. Anti-Betrugsabkommen wie mit der Schweiz sollte es mit weiteren Drittstaaten wie Liechtenstein geben.




Schlagwörter

Mafia

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2015
Dokument erstellt am 2012-12-03 19:08:06
Letzte Änderung am 2012-12-03 20:50:42



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Generation Putin
  2. Saudi-Arabien wirft Iran "aggressive Äußerungen" vor
  3. Russland blockiert Tribunal für Flug MH17
  4. Tsipras schließt vorgezogene Parlamentswahlen nicht aus
  5. Ungarns gallisches Dorf für Flüchtlinge
Meistkommentiert
  1. Steuern steigen: Erste Folgen des Sparstiftes
  2. Griechen dürfen wieder mehr abheben
  3. Tschechien fordert Grexit
  4. Debatte um Euro-Steuern entbrannt
  5. Rückzahlung in Milliardenhöhe

Werbung




Erstes Quartal 2015 Reales Pro-Kopf-Einkommen der Haushalte im Euroraum und in der EU28 gestiegen Realer Pro-Kopf-Konsum im Euroraum und in der EU28 ebenfalls gestiegen


Europäische Kommission - EUROSTAT Brüssel, 29 Juli 2015 Im Euroraum stieg das reale pro-Kopf-Einkommen der privaten Haushalte im ersten Quartal 2015 um 0,9%, nach einem Anstieg von 0,1% im Vorquartal. Der reale Pro-Kopf-Konsum der privaten Haushalte erhöhte sich im ersten Quartal 2015 um 0,8%, nach einer Zunahme von 0,2% im...




Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt Umstrukturierungsbeihilfe von 125 Mio. EUR für Kem One


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 28 Juli 2015 Nach einer eingehenden Prüfung ist die Europäische Kommission zu dem Ergebnis gekommen, dass die öffentlichen Fördermaßnahmen zugunsten von Kem One SAS, das Produkte der Chlorchemie und PVC herstellt, mit den EU-Beihilfevorschriften und insbesondere den Vorschriften für Umstrukturierungs- und Rettungsbeihilfen für Unternehmen in...




EU-Kommission: Startschuss für EU-Strategie für den Alpenraum


Europäische Kommission - Pressemitteilung 28 Juli 2015 Die EU‑Kommission hat heute offiziell den Startschuss für die EU‑Strategie für den Alpenraum, die vierte makroregionale Strategie der EU, gegeben. Mehr als 70 Millionen Bürgerinnen und Bürger können so in den Genuss der Vorteile einer engeren Zusammenarbeit zwischen Regionen und Ländern in den...





Werbung