• vom 13.03.2013, 17:53 Uhr

Europäische Union

Update: 14.03.2013, 15:57 Uhr

Johannes Hahn

Auf dem Weg zum Marshall-Plan




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Reinhard Göweil

  • EU-Kommissar Johannes Hahn über die neu geregelte Vergabe von 348 Milliarden Euro an Förderungen
  • Hahn glaubt, dass Karas als VP-Spitzenkandidat in EU-Wahl geht.

Hahn sieht Kommunikationsbedarf zu Strukturfonds.

Hahn sieht Kommunikationsbedarf zu Strukturfonds.© EU-Kommission Hahn sieht Kommunikationsbedarf zu Strukturfonds.© EU-Kommission

"Wiener Zeitung": Ökonomen kritisieren, dass die EU-Strukturfonds trotz hoher Mittel wirkungslos sind, die Arbeitslosigkeit in Europa ist sehr hoch. Der Marshall-Plan der USA nach dem Zweiten Weltkrieg sei dagegen viel effizienter gewesen. Was sagen Sie dazu?

Information

Johannes Hahn (56) ist seit 2010 EU-Kommissar für Regionalpolitik. Der ehemalige Obmann der ÖVP-Wien war davor Bundesminister für Wissenschaft und Forschung.

Werbung

Johannes Hahn: Wir müssen fair bleiben, die Kritik ignoriert die Weiterentwicklung der Strukturfonds. Bis 2006 bekam jedes Land einen Betrag und machte damit, was es wollte. Bis 2013 war schon ein Teil für die Lissabon-Strategie (definierte Steigerung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, Anm. d. Red.) reserviert. Im neuen Rahmen bis 2020 gibt es von Beginn an eine starke Koordination und Ergebnisorientierung. Und eines muss schon dazu gesagt werden: Die USA haben damals die Verwendung der Mittel diktiert, jetzt hat jede Region die Möglichkeit, im Rahmen der vorgegebenen Ziele eigene Prioritäten zu setzen.

Wie soll diese Ergebnisorientierung dann funktionieren?

Die Regionen müssen ihre wirtschaftlichen Stärken definieren, diese bilden die Grundlage für die geförderten Projekte. Es gibt unterschiedliche Herausforderungen, Südeuropa beispielsweise hat ein Industrialisierungsproblem. Andere Länder setzen andere Prioritäten. Die Bürger in Irland haben beispielsweise Kürzungen im Sozialbereich akzeptiert, um die günstige Unternehmensbesteuerung von 12,5 Prozent halten zu können. Europa ist nicht über einen Kamm zu scheren.

Wenn nun jede Region sagt, sie will ein Silicon Valley aufbauen, verpuffen die EU-Mittel aber erneut, und es entsteht eine sinnlose Konzentration auf wenige Bereiche, oder?

Aus diesem Grund hat die EU-Kommission für jedes Mitgliedsland ein Positionspapier erstellt, mit Vorschlägen, was gefördert werden könnte. Es ist eine Diskussionsgrundlage mit den Mitgliedsländern und eine Art Stärken-Schwächen-Analyse für jede Region. Auf dieser Basis wird es länderspezifische Partnerschaftsabkommen geben. In Griechenland wird es unter anderem um Qualitätstourismus gehen, in anderen Ländern wird der Schwerpunkt etwa auf Bildung und Ausbildung liegen.

Und die vielen verschiedenen EU-Töpfe wissen aber weiter nicht, was der jeweils andere tut?

EU-Regionalkommissar Johannes Hahn glaubt die Fördermittel nun effizienter eingesetzt.

EU-Regionalkommissar Johannes Hahn glaubt die Fördermittel nun effizienter eingesetzt.© apa/Hochmuth EU-Regionalkommissar Johannes Hahn glaubt die Fördermittel nun effizienter eingesetzt.© apa/Hochmuth

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Schlagwörter

Johannes Hahn, EU

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-03-13 17:56:11
Letzte Änderung am 2013-03-14 15:57:23



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Freie Medien als Waffe gegen Propaganda
  2. Zahl der Flüchtlinge über die Mittelmeerroute steigt kräftig
  3. Hochzeitspläne im Haifischbecken
  4. "Verhandlungsmasse"
  5. Rekordtemperaturen im Mittelmeer
Meistkommentiert
  1. "Entweder wir sterben hier oder auf dem Meer"
  2. Kern ortet Fortschritte in Migrationspolitik
  3. Helmut Kohl 1930 – 2017
  4. Gabriel widerspricht Kurz
  5. Kurz: Ohne Kooperation keine Entwicklungshilfe

Werbung



Bericht über den Stand der Beziehungen zwischen der EU und Libanon: Stärkung unserer Partnerschaft


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 23. Juni 2017 In den vergangenen zwei Jahren haben die EU und Libanon ihre Partnerschaft vertieft. In Anbetracht der zunehmenden Herausforderungen, vor allem aufgrund der Krise in Syrien, hat die EU ihre Unterstützung für Libanon mit dem Ziel verstärkt, die sozioökonomische Entwicklung voranzutreiben und die...




Verkehrsinvestitionen in der EU: Europäische Kommission schlägt 2,7 Mrd. EUR für 152 Projekte vor


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 23. Juni 2017 Ziel des heutigen Vorschlags der Europäische Kommission ist die Bereitstellung von insgesamt 2,7 Mrd. EUR für 152 zentrale Verkehrsprojekte, die eine wettbewerbsfähige, saubere und vernetzte Mobilität in Europa unterstützen.




Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Grünen verzichten auf Peter Pilz
  2. Mit dem Mop ins Rampenlicht
  3. Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken
  4. Im Duett mit Falco
Meistkommentiert
  1. Kurz für strengere Richtlinien bei Islam-Kindergärten
  2. Millionen Muslime feiern
  3. Kern und Strache tanken Kraft am Meer, Kurz in den Bergen
  4. Die Grünen verzichten auf Peter Pilz


Werbung